Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883853
Technik. 
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bare Wölbung noch vor; so bei den s. g. Nuraghen in 
Sardinien, thurlnartigen Bauten von 30 bis 50 Fuss Höhe 
mit mehreren Gemächern, dann in einigen unterirdischen 
Gräbern in Etrurien, endlich sogar in Rom, in dem untern 
Raume des Carcer Mamertinus, dem sogenannten Tullia- 
num, am Abhange des capitolinischen Berges. Dagegen 
ist das Thor von Volterra, obgleich in untrennbarer Ver- 
bindung mit den uralten Mauern der Stadt, schon eine 
wirkliche, nach den Regeln des Steinschnitts gebildete 
Wölbung. Der Schlussstein und die Steine zunächst über 
den Kämpfern sind mit grossen, mächtig hervorragenden 
menschlichen Köpfen verziert, und also die wesentlichen 
Punkte der Wölbung auf deutliche Weise bezeichnet. 
Auch in den Bildwerken der Aschenkisten sind nicht 
selten bogenförmige Thoröliiiungen dargestellti"). Einen 
noch wichtigern Beweis ihrer Wölbungskunst liefern die 
berühmten Cloaken in Rom, unterirdische Abzugskaniile 
zur Austrocknung der sumpfigen Stellen der Elügelstailt, 
sämmtlich vollständig gewölbt, und dies an dem I-laupt- 
kanal, der Cloaca maxima, auf einer Breite von zwanzig 
Fuss. Man kann nicht bezweifeln, dass dieser Bau noch 
aus der Zeit der römischen Könige herrührt und also 
etruskischen Baumeistern zuzuschreiben ist, welche mit- 
hin die Nützlichkeit des Gewölbes schon vollkommen 
verstanden und sich desselben mit grosser Kühnheit und 
Sicherheit bedienten. Wir können sie daher, soweit uns 
die Geschichte dieser frühern Zeit bekannt ist, wohl als 
die Erfinder dieser für die spätere Entwickelung der 
Architektur so wichtigen Bauweise betrachten. Indessen 
scheinen sie nur die Nützlichkeit", nicht die Schönheit 
Micali 
Tah.
        

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