Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880337
Kapitäl 
und 
Basis. 
25 
ist, uns die grössere Schönheit und Bedeutsamkeit der 
griechischen Form zu verdeutlichen. Ich meine jene 
Säulenstämme, welche mit augenscheinlichei- Nachahmung 
von Biusenpflanzen oder Rohrbündeln gebildet sind, der- 
gestalt dass die Rundungen der einzelnen Rohr-stamme 
nach Aussen hervortreten und daher die Linien , von 
welchen sie begränzt und getrennt werden, zurückliegen. 
Es ist klar, dass diese Form und die mit ihrverknüpfte 
Erinnerung an Rohrstäbe uns eher das Gefühl einer un- 
zureichenden, schwachen Stütze giebt, welche zum Treu 
gen so grosser Lasten sich wenig eignet; ein Gefühl, 
dessen sich auch die ägyptischen Baumeister bewusst 
waren, indem sie demselben dadurch theiliveise begeg- 
neten, dass sie die anseheinenden Rohrstäbe durch einige, 
an mehreren Stellen des Säulenschaftes angebrachte Bän- 
der gleichsam zusammenhielten und ihrer Selnväehe zu 
Islülfe kamen. Die griechischen Kanneluren , da ihre 
Höhlung ganz umgekehrt nach innen gewendet ist, geben 
weder eine Reminiscenz an eine Naturgestalt noch das 
Gefühl einer weichliehen Substanz , welche durch ein 
äusseres Band zusammengehalten werden müsste. V iele 
mehr dienen sie in ihrer symbolischen Bedeutung  wenn 
man sie im Gegensatz gegen die Naturnaehahnrung so 
nennen darf  dazu, uns ein kräftiges, nach Innen zu- 
samrnengezogenes Wesen zu versinnlichen. 
Ausser dem Schaft sind an der Säule Kopf und 
Fuss, Ka-faitäl und Basis, zu betrachten. Es liegt wohl 
im Gefühl, "den Stamm, welcher die Last trägt, nicht 
unmittelbar auf den Boden zu setzen, sondern die Kraft 
seines Druckes auf denselben durch die [Tnterlegung eines 
breiter-n, platten Gliedes zu brechen. YVenn auch das 
Material des natürlichen Bodens oder der Fundamente
        

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