Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883828
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Etrusker. 
seine Penaten, Schutzgötter, mit denen man sich eng 
verbunden glaubte , deren Bilder im Hause aufgestellt 
waren, und ihre hergebrachte Verehrung erhielten. Auch 
in Griechenland glaubten die Städte den besondern Schutz 
dieser oder jener Gottheit zu haben, und die Einzelnen 
hielten sich in gleicher Weise besonders begünstigt und 
verpflichtet; aber es beruhte dies dann auch auf bestimm- 
ter Verwandtschaft des Charakters der Gottheit mit den 
Vorzügen der Stadt , auf freier Wahl oder besonderer 
Meinung des Einzelnen. In Italien hatten die Hausgötter 
keine Eigenthüxnliehkeiten, sie waren eben nur der Geist 
der Familie. _Wir sehen daher auch hier Wieder von 
religiöser Seite her das Band der Familie als das eng- 
geknüpfte. Während bei dem Griechen der freie Einzelne 
unmittelbar im Verhältniss zum Ganzen des Volks oder 
der Stadt stand, bildete hier das Haus eine mittlere 
Macht, den Einzelnen näher beschränkend, dem Ganzen 
aber auch von seiner Regsamkeit etwas entziehend. 
Bei einer solchen Richtung wurden die 'l'ugendei1 des 
Familienlebens mehr wie bei den Griechen ausgebildet; 
schon das Interesse der Aristokratie brachte eine Beob- 
aehtung des Anstandes mit sich. _Wenn wir wenigstens 
beim Mangel näherer Kenntniss der etrurischen Sitten 
von den Römern auf diese ihre Stammverwandten und 
Lehrer schliessen dürfen, ist hier ein Vorzug der itali- 
schen Welt nicht zu verkennen; namentlich gewinnen 
die Frauen. Die Sitte forderte zwar Unterwürligkeit 
gegen Vater und Ehegatten und gestattete ihnen nicht 
eigenes Auftreten zur Wahrnehmung ihrer Rechte Aber 
sie liess ihnen Freiheit des Umganges und moralischer 
Aeusserung, und hielt sie nicht, wie noch zum Theil bei 
den Griechen, in Orientalischer Absonderung.
        

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