Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883796
Verfassung 
und 
Religion. 
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waren Götter und Menschen fast unabhängig von einander, 
es war ein Reich der Freiheit; hier, wo die Götternnr 
Darstellungen menschlicher Wünsche und Rücksiehten 
waren, musste alles Einzelne auf sie zurückführen. Das 
Jahr bestand aus einer Reihe religiöser Feste, die auf 
den Wechsel der Jahreszeiten Beziehung hatten und den 
Segen der Götter auf die regelmässigen Geschäfte und 
Zwecke des Landbaues herabflehen sollten. Der Kalender 
War dadurch ein Geheimniss priesterlicher Sorgfalt, durch 
ihn lenkten die Patricier  denn sie allein waren ja 
Priester  das Leben des Volks. Auch ausser den regel- 
mässigeir, vom Sonnenlaufe abhängigen Geschäften, durfte 
nichts ohne religiöse Weihe unternommen werden. Die 
Griechen opferten wohl vor grössern Unternehmungen 
oder fragten die Örakel um Rath; nach etruskischem 
Ritus aber musste notliwendig jedem Unternehmen eine 
Frage an das Schicksal vor-hergehen. Und zwar war 
diese weder eine blosse Bitte durch das Opfer, noch eine 
deutliche Frage mit ausgesprochener Antwort aus dem 
Munde des weissagenden Gottes oder Priesters, sondern 
statt dessen ein Augurium, Beobachtung der Zeichen im 
Leibe des geopferten Thieres, des Fluges der Vögel, 
des Blitzes und anderer Erscheinungen am Himmelsge- 
wölbe. Also nicht geistige Worte, nicht der feste ge- 
regelte Lauf der Gestirne, sondern Zufälligkeiten, die 
verschiedener Deutung unterworfen waren, erhielten Ein- 
Iluss auf die Thaten und Schicksale der Menschen. Die 
Deutung dieser Zeichen wurde in den Priesterschulen 
erlernt, und den adligen Wahrsagern wurde dadurch die 
Macht verliehen, unter frommem Scheine das Volk nach 
ihreln Willen zu bestimmen. 
Durch die Beziehung der 
Religion 
auf alle 
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Begeben-
        

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