Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883760
368 
Etrusker. 
sondern nur Modiücationen 
rakters zu sein scheinen. 
eines verwandten Grundcha- 
Wir können uns auch nach 
den dürftigen Nachrichten ein ziemlich ausreichendes Bild 
der Verschiedenheit beider Völkerstämme machen. 
Am Besten sind wir von den politischen Verhältnis- 
sen "Etruriens unterrichtet. Auch hier lag, wie in Grie- 
chenland, ein republikanischer Geist den Staatseinrichtun- 
gen zum Grunde; auch hier herrschte die Stadtgemein- 
de vor. Allein die verschiedenen Städte rwaren hier 
nicht bloss, wie dort, durch das geistige Band der Na- 
tionalität und der Religion, oder durch einzelne Institute 
verbunden, welche (wie die öffentlichen Spiele, die Orakel, 
selbst das Amphiktyonengericht) nur eine freie, mehr 
moralische Einwirkung hatten. Ihr Zusammenhang be- 
ruhete auf einem förmlichen Bündnisse, auf rechtlichem 
Vertrage. Ebenso ruhte auch die innere Verfassung der 
Städte auf festen, conventionellcn Rechtsverhältnissen; 
die Macht war nicht der Volksgemeinde gegeben, sondern 
gewissen Adelsfamilien, denen nicht bloss Fremde und 
Sclaven , sondern auch das freie Volk unterworfen war, 
und aus denen wahrscheinlich auch die Könige genom- 
men wurden. Wenn es in Griechenland, in Athen na- 
mentlich, Geschlechter gab, die ihren Ursprung von den 
Heroen und den Fürsten der Heldenzeit ableiteten, so 
waren doch ihre Vorrechte bis auf die einflusslose Ehre 
eines Priesteramts frühzeitig erloschen; bei allen italischen 
Völkern dagegen erhielt sich eine festgeschlossene Ari- 
stokratie im Besitze der Macht. Eine solche Verfassung 
hat gewöhnlich die Folge, dass die Liebe zum Vater- 
lande eine weniger reine und weniger innige, dagegen das 
Band derFamilie, besonders in den bevorzugten Häusern, 
ein festeres ist; so scheint es auch in Italien gewesen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.