Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883548
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Griechische 
Kunst. 
die Begierde der Römer auf diesen Besitz zu leiten. Von 
nun an durften Kunstwerke in keinem über griechische 
oder halbgriechische Gegenden gehaltenen 'l'riumphzuge 
fehlen. In dem Mithridatischen Kriege des Snlla bemäch- 
tigte sich diese Sucht des ganzen Heeres, alle begannen, 
wie Sallust erzählt, Statuen, gemalte Tafeln, edle Ge- 
fässe zu bewundern, für sich und den Staat zu rauben, 
selbst der Tempel nicht zu schonen. Die Häuser und 
Villen der römischen Grossen bedurften nun des Sehmuk- 
kes von korinthisehem Erze, Gemälden und Marmorwer- 
ken. Seit dem Triumphzuge des Pompejus richtete sich 
die Neigung auch auf Gemmen, ganze Sammlungen edler 
geschnittener Steine wurden in römischen Tempeln nieder- 
gelegt. Sogar im Frieden plünderten nun habgierige 
Proconsuln und Unterbeamte Tempel und ölfentliche Orte 
und der Luxus begann griechische Kostbarkeiten zu häu- 
fen. Noch mehr im Grossen wurden diese Räubereien 
unter den Kaisern betrieben, Nero holte allein aus Delphi 
fünfhundert Statuen zum Schmucke seines goldnen Hau- 
ses herbei; und dennoch zählte noch unter Vespasian 
ein Römerätyauf der kleinen Insel Rhodus dreitausend 
Bildsäulen und meinte, dass zu Delphi, zu Athen und 
Olympia nicht weniger ständeil. 
Mit den Werken vermochten freilich die Römer nicht 
auch die Kunst nach Italien hinüberzuführen, in ihr er- 
kannten die Sieger sich als die Besiegten, die italische 
Kunst gab ihre Eigenthümlichkeit auf und verschwand 
in der griechischen. Zwar blieb auch diese nicht rein 
griechisch, die Eigenthünrlichkeiten beider Völker ver- 
schmolzen in einander und auch die Kunst" nahm die 
Züge jenes gemeinsamen griechisch-römischen Charak- 
Plinins 
ü) Bei 
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