Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883448
336 
Vierte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
denken, wenn etwa unsre Bildsäule in Verbindung zu 
einer Gruppe anderer Gestalten gestanden hätte. Allein 
manche Gründe sprechen gegen diese Auslegungen. Ein 
geistreicher Forscheräi) glaubt eine Darstellung aus den 
Eumeiliden des Aeschylus, und zwar den Moment darin 
zu erkennen", wo der Gott die Furien, die es wagen, 
selbst in seinem Tempel zu Delphi den Muttermöriler 
Orestes anzufallen, mit strenggebietenden Worten aus 
dem Heiligthume hinausweist. 
Welches aber auch der Moment sein möge (und viel- 
leicht hat der Künstler selbst an mehrere solcher charak- 
teristischen Augenblicke gedacht) so ist die Statue in 
den edelsten Verhältnissen mit grosseln künstlerischen 
Verstande gebildet, und ein Hauch poetischer Begeiste- 
rung weht aus ihr dem Beschauei- entgegen. Winkelmanns 
enthusiastische Beschreibung dieses Kunstwerks w?) ist 
berühmt, und zu schön , als dass ich es mir versagen 
dürfte, einige Stellen daraus einzuführen. Er sieht darin 
das höchste Ideal der Kunst unter allen Werken des Al- 
terthums , die der Zerstörung entgangen sind. "Der 
"Künstler," sagt er, "hat dieses Werk gänzlich auf das 
"Ideal gebaut und nur eben soviel von der Materie dazu 
"genommen, als nöthig war, seine Absicht auszuführen. 
„Dieser Apoll übertrifft alle andern Bilder desselben so 
"wie der des Homer den der folgenden Dichter. Ueber 
"die Menschheit erhaben ist sein Gewächs, und sein 
"Stand zeuget von der ihn erfüllenden Grösse. Ein ewiger 
"Frühling, wie in dem glücklichen Elysium, bekleidet die 
„reizende Männlichkeit vollkommener Jahre mit gefälliger 
"Jugend und spielt mit sanfter Zärtlichkeit auf dem stolzen 
Feuerbach, 
der 
vaticalnische 
Apoll, 
Nül 
nborg- 
1833. 
WVerke Th.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.