Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883332
Kolosse 
und 
G ruppeu. 
325 
Erbschaft ihrer Vorgänger?) Es wurde viel und gut 
gearbeitet, wenngleich so gewichtige Namen wie die des 
Phidias und Praxiteles, Polyklet und Lysippus nicht mehr, 
vorkommen. Auch hier machte sich die Neigung zum 
Kolossalen und Glänzenden geltend. So wurde in Rho- 
dus, einer durch Handel bereicherten Insel, am Hafen 
eine Statue des Sonnengottes errichtet, die alle frühem 
Kolossalbilder übertraf. Sie war das Werk des Claares, 
eines Rhodiers, der sich in Lysippus Schule gebildet 
hatte, 70 Ellen oder 105 Fuss hoch, die Finger grösser 
als sonst ganze Statuen zu sein pflegten. Zwölf Jahre 
brachte er bei der Arbeit des Erzgusses zu , indem er 
die Theile einzeln formen und giessen, und dann zusam- 
mensetzen musste. Vergleichen wir diese Arbeit mit 
den toreutischen Bildern der Perikleisehen Zeit, die frei- 
lich noch bedeutend in der Grösse zurüekblieben, so ist 
bei diesen die sitzende Stellung, der strenge Styl,' der 
i) Plinius (H. n. lib. 34. c. 19. in der chronologischen Ueber- 
sieht, die er vorausschickt) scheint eine Unterbrechung der Kunst in 
dieser Periode anzunehmen. Nach den Künstlern, denen er die 120 
Ol. anweist, habe die Kunst. aufgehört, sei dann aber wieder 01.155 
aufgebläht, indem die spätem Künstler zwar weit hinter den früher 
genannten zuriiclxbliebcni, oder doch riihmenswerth waren. Er weist 
ihr also einen Stillstand von etwa 150 Jahren, von der Zeit bald 
nach dem Tode Alexanders bis zur römischen Besitznahnne von Ma- 
cedonien, an. Indessen bestätigen die einzelnen Nachrichten und die 
Denkmäler diese Angabe durchaus nicht, und es muss dahin gestellt: 
bleiben, welchen Sinn man der dunkeln Stelle beilegen darf. Vielleicht 
bezog Plinius seine Behauptung nur auf Erzbilder (obgleich sie auch 
von diesen unrichtig sein würde), vielleicht schrieb er eine verein- 
zelte Behauptung eines griechischen Kritikers aus jener Zeit des 
angeblichen Wiederaufbliihens, der etwa nur beabsichtigte, einen 
seiner Zeitgenossen den alten verehrten Namen gleichzustellen, ohne 
Prüfung nach. Jedenfalls kann die Geschichte keinen Gebrauch da- 
von machen. S. auch Winkelmanns Werke B. 6. S. 121 u. 227. 
Hirt, GeSch. d. bild. K. S. 276.
        

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