Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883305
322 
Vierte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
(Lib. 4. c. 3.) hat uns die merkwürdige Nachricht über- 
liefert, dass mehrere namhafte Baumeister den dorischen 
Styl verwarfen, nicht als unwürdig, sondern wegen seiner 
Schwierigkeit. Unter ihnen nennt er besonders den Her- 
mogenes, der nach andern Nachrichten um die Zeit der 
Errichtung des Mausoleums gelebt zu haben scheintii), 
und bemerkt von ihm, dass er aus diesem Grunde bei 
der Erbauung des Bacchustempels zu Teos seinen Plan 
geändert habe. Diese Schwierigkeit bestand in der V-er- 
theilung der Triglyphen und Metopen, namentlich in der 
unvermeidlichen Unregelmässigkeit bei der Anordnung der 
Ecktriglyphen. Wenn dies wirklich der Grund war, so 
sieht man, dass hier, wie in der Sculptur, der Sinn auf 
eine glatte Eleganz und ängstliche Regelmässigkeit ge- 
richtet war, und dass man diese für wichtiger hielt, als 
die geistige Bedeutung des Kunstwerks, wie wir ähnliche 
Rücksichten in der Plastik wahrnehmen; vielleicht war 
aber 
noch 
ein 
anderer 
vorhanden. 
Grund 
Wie man jetzt überhaupt zum Kolossalen geneigt 
war, liebte man auch an den Tempeln grössere Ausdeh- 
nung und den Säulenreichthunl eines vollem Peristyls. 
Die grössere Breite der Fronte veränderte aber das Ver- 
hältniss des Giebels zum Gebäude. Denn während die 
andern Theile, mochte die Fronte aus sechs, acht oder 
zehn Säulen bestehen, stets sich nach der Dicke des 
Säulenstammes richteten und also immer in gleichem 
Verhältnisse blieben, wurde die Höhe des Giebels aus- 
sehliesslich durch seine Breite bedingt. Je grösser daher 
die Zahl der Frontsäulen, desto grösser wurde der Giebel 
nicht bloss an sich, sondern auch im Verhältniss zu dem 
ganzen übrigen Gebäude. Dies Missverhältniss musste 
Hirt, 
Gesch. 
Bank.
        

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