Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883266
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Vierte 
Periode 
gricch. 
der 
Kunst. 
selbst in dem eigennützigen Streite wurde die gewohnte 
Achtung und Begünstigung der Kunst nicht vergessen. 
Aber freilich ein freies geistiges Leben konnte nicht 
gedeihen. 
Dieser Zeit wilder Gährung folgte indessen bald 
wieder ein friedlicher, geordneter Zustand. Griechische 
Fürsten beherrschten nun mächtige Reiche; obgleich 
halborientalisch in Sitten und Ansichten laegiinstigten sie 
mit gewaltigen Mitteln griechische Kunst und W issen- 
schaft. Es entsteht eine Nachblüthe jener bessern Tage. 
Die Wissenschaft gewann, wenn auch nicht mehr den 
reinen Aufschwung jener frühern Zeit, doch Musse und 
Lust zu mancherlei Forschungen; vorzugsweise Alexan- 
drien wurde durch die Freigebigkeit der Ptolemäer ein 
Sammelplatz griechischer Gelehrten, für die sich hier 
nun neue Gebiete öffneten. Die Eroberungszüge Alexan- 
ders, die schon anfangs die naturgeschichtlichen For- 
schungen des Aristoteles begünstigt hatten , gaben die 
Richtung auf geographische und naturhistorische Studien; 
die Erklärung der alten Dichter, nanlentliclm des Homer, 
ward eine theure Pflicht der Pietät; die Götterlehre 
wurde mit Gelehrsamkeit und Liebhaberei ausgebeutet 
und zu mannigfaltigen Sagen verarbeitet. Auch die Poesie 
blieb nicht unthätig; 'l'heokrit erfand die neue Gattung 
der Idylle, in welcher sich griechisches Zartgefiihl mit 
anmuthiger Natürlichkeit paarte. Die Neigung zu scharf- 
sinnigen Epigrammen begann, der ganze Steif der grie- 
chischen Cultur wurde sinnig und gelehrt durchgearbeitet. 
Die Philosophie ging auf dem Wege des Platon und 
Aristoteles zu neuen Systemen über. Auch die bildende 
Kunst erhielt nicht bloss Gelegenheit sich in neuen Auf- 
gaben zu üben, sondern sie bewahrte ihr altes Geschick,
        

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