Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883224
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Dritte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
und Sophokles die nächste Verwandtschaft mit jenen 
Seulpturen des Parthenoil, sie stehen auf dem religiös- 
mythischen Boden, Euripides weist auf die Vieldeutigkeit 
menschlicher Zustände hin. ln der Komödie folgten auf 
des Aristophanes bacchisch- erhabenen Rausch die {einen 
bürgerlichen Verwickelungen des Menander, in der Historie 
der sagenhaft einfachen Darstellung des Herodot die voll 
endete politische und psychologische Einsicht des Thir 
cydides, in der Philosophie endlich der erhabenen über- 
weltlichen Begeisterung des Platon, des Aristoteles klare 
Durchdringung des Weltganzen auch in seinen materiel- 
len Einzelheiten. Bei alledem ist dieser Gegensatz kein 
trennender, die Zeit zerfällt nicht etwa in zwei unver- 
bundene Theile. Kein fremder Blinfluss kommt dazwischen, 
es entwickelt sich das Spätere aus dem Frühern, beide 
keimen aus der Wurzel griechischen Lebens, beide bilden 
eine Gestalt. Aber diese Gestalt trägt ein Janushaupt. 
Dort jenes ernste, strenge, mehr eigenthümlich hellenische 
ist der Vergangenheit zugewendet, hier dieses weichere, 
anmnthige, menschliche blickt weit hinaus in, die Zukunft. 
Jenes hat seine Stelle gleichsam am Beginn der Höhe, 
wo wir hinaufstiegen, dieses am entgegengesetzten Rande. 
Bei jenem hat uns der rasche Schritt der Zeit unwider- 
briilglieh von-übergeführt, zu diesem können wir noch lange 
lainaulsczhaileix, es begleitet uns durch die 'l'häler und wird 
uns wieder sichtbar, wenn der Weg aus den tiefsten 
Stellen 
aufs 
Neue 
au fwärls 
steigt.
        

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