Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883213
Resultate. 
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der Römer und der neuern Welt. Herodot und 'l'hucydides 
schrieben ihre Gesehichtwerke, beide gleich bewunderns- 
würtlig, aber in jeder andern Beziehung höchst verschie- 
den. Die Philosophie, die man ungeachtet ihrer Vorgänger 
eine neue VVissenschaft nennen konnte, entstand. Anaxa- 
goras, Sokrates, Plato, Aristoteles folgten rasch auf ein- 
ander. Die Medicin hatte ihren I-lippokrates, die Bered_ 
samkeit ihren Demosthencs. Die Namen, welche in jeder 
Gattung das Höchste bezeichnen, finden wir alle in dieser 
Epoche, die I-Ieroen der Wissenschaft und der Kunst sind 
hier wie in einem elysischen Haine vereinigt. Einzelnes 
mag später übertroEen sein, eine so vollständige Ilarmonie 
aller geistigen Bestrebungen finden wir niemals wieder. 
Daher erscheint uns denn dieser Zeitraum wie der Gipfel 
eines Berges, zu dem der WVeg lange Jahrhunderte hin- 
durch aufsteigt, von dem er allmälig wieder abwärts geht, 
zu dem die weiter Entfernten sehnsüchtig hinblieken. 
Betrachten wir aber die Gestalten dieses Zeitraums näher, 
so zeigt sich eine andere merkwürdige Erscheinung. So 
eng verbunden, so nahe gedrängt die grossen Männer 
jeder Kunst und Wissenschaft hier stehn, ist doch ein 
grosser Gegensatz unter ihnen nicht zu verlaennexi. Jener 
Gegensatz, den wir in der Plastik zwischen Phidias und 
Lysippus bemerkten, wiederholt sich , wenn auch mit 
verschiedenartig gegliederten Mittelstufen, auf allen Ge- 
bieten. Zuerst die grossartige, überirdische Hoheit, dann 
die menschliche Grösse, dort die einfacheMajestät der 
Gottheit, hier die Mannigfaltigkeit eines reichen irdischen 
Daseins. In der Baukunst herrscht anfangs die reine 
dorische Regel, später nimmt der zierliche ionische Styl 
die Ueberhaild und der korinthische beginnt. In der Trw 
gödie haben die hohen und reinen Gestalten des Aeschylus
        

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