Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883158
Sikyonische 
Schule. 
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pompejanischen Gemälde finden wir dieselbe Darstellung. 
Hier ist denn nun freilich nichts Tßidelnsiverthes, da, 
besonders bei einem Griechen, das Verhüllen des Hauptes 
der natürlichste Ausdruck des Schmerzes war. Immerhin 
deutet aber jenes Lob auf eine Richtung, welche Weniger 
in der Form, als in einer Poesie des Gedankens ihren 
Wcrth suchte. Irläuiig sind die uns überlieferten Beschrei- 
bungen der Bilder von dieser sophistischen Art, dass sich 
darin mehr der selbstgefallige Witz des Beschreibenden 
als eine ernste Durchdringung des Kunstwerkes geltend 
macht; so rühmte man von einem beliebten Bilde des 
Parrhasios, welches das athenische Volk, den Demos, 
darstellte, dass darin der ganze Charakter des leicht be- 
weglichen Volkes dargestellt sei, das Veränderliche, 
Jähzornige, Ungerechte, Unbeständige, das Erbittliche, 
Milde, Grossherzige, das Uebermüthige und Kleinmüthige, 
das Grausame und Leichtsinnige. Wenn wirklich der 
Maler die Vereinigung so uridersprechender Eigenschaften 
beabsichtigt hätte, so würde gewiss eine sehr unbestimmte 
Gestalt, die sich schwerlich so grossen Beifall erworben, 
entstanden sein.  
Neben diesen beiden ältern Schulen, der athenischen 
(oder wie man sie genannt hatte, so lange sie die einzige 
des Mutterlandes war, der helladischen) und der ionisohen 
erhob sich gegen das Ende dieser Periode einedritte, 
die sikyonisehe, also im Peloponnes. Sie scheint in 
der Malerei dieselbe Richtung gehabt zu haben, wie die 
peloponnesisehe Schule in der Sculptur , auf gelehrte 
Richtigkeit und genaue Naturnachahmung. Als ihr Stifter 
wird Eupompos angesehen, der als ihn der junge Ly- 
syppos fragte, an welchen Meister er sich bei seinen 
Studien zu halten habe, ihn auf das versammelte Volk . 
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