Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883140
306 
Dritte 
Periode 
der 
griech. 
K11 n s t. 
dass er während des Ablegens der WVafüm aufauung, 
Beide Maler scheinen in technischer Beziehung die Kunst 
bedeutend gefördert zu haben, dem Zeuxis wird nachge! 
rühmt, dass er die Verhältnisse von Licht und Schatten 
festgestellt, dem Parrhasios, dass er die Körperpropor 
tionen besser beobachtet, die {lesichtszüge lebendiger 
gemacht, und besonders die äussern Umrisse der Figuren 
so vollendet, habe, dass der Körper hinter sich noch an- 
deres verspreche und gleichsam sehen lasse , was er 
verbirgt; also eine bessere Abründung der Gestalten. Auf 
solche technische Vorzüge scheint auch die Anekdote 
hinzudeuten, dass Nikomachos (selbst ein bedeutender 
Maler) vor der Helena des Zeuxis einem unverständigen 
Tadlei- entgegnete: Nimm meine Augen, so wirst du sie 
für eine Göttin ansehen. 
Die Richtung beider Künstler sagte übrigens der Zeit 
sehr zu, sie erlangten grossen Ruhm und Reichthümer, 
und wurden beide Wegen ihres Stolzes verrufen- Zeuxis 
verschenkte zuletzt seine Bilder, Avßil Sie unbezahlbar 
wären, und liess seine Helena für Geld sehen, Parrhasios 
aber soll sich als einen Abkömmling des Apoll betrachtet 
und in Gold und Purpur gekleidet haben. 
Eben wegen ihrer Beziehung auf das Ethische mag 
die Malerei mehr als die Sculptur den Einfluss des so- 
phistischen Geistes dieses Zeitalters erfahren haben. So 
wird es von dem Timanthes, einem gleichzeitigen Maler, 
als Lob ausgesprochen, dass man bei seinen Bildern 
immer mehr denke, als er gemalt habe. Das Beispiel, 
welches man dafür anfiihrt, ist eine "Darstellung des Op- 
fers der Iphigenia, wo er den Schmerz des Agamemnon 
nicht auf seinen Gesichtszügen, sondern dadurch, dass 
er sich das Haupt verhüllt, angedeutet habe. In einem
        

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