Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883129
304 
Dritte 
griech. 
der 
Periode 
Kunst. 
waren ß). Das Verdienst dieser Gemälde bestand in der 
Auffassung des Charakters einzelner Göttergestalten, 
man rühmte an ihnen das Grossartige, das Pathos und 
Ethos, den Ausdruck des Leidens oder Ilandelns und der 
sittlichen Kraft. Es ist nicht unwahrselurinliell, dass das 
leichtere Material der Farbe den grossen Malern in Be- 
ziehung auf moralische Charakteristik gestattete , die 
plastischen Künstler zu übertreffen. Deshalb nannte Ari- 
stoteles den Polygnot den ethischen, den Maler der 
Sittlichkeit, und Aelnlliches wird auch von andern Malern 
vorzugsweise gerühmt; man legte also auf diese Beziehung 
bei der Malerei vorzugsweise Gewicht. 
Neben dieser Vollkommenheit in geistiger Beziehung 
scheint aber das Technische der Malerei noch sehr un- 
vollkommen gewesen zu sein. Plinius bemerkt von 
Polygnot, dass er zuerst den Mund der Gestalten zu 
öffnen, die Zähne blicken, das Antlitz sich verändern zu 
lassen gelehrt habe, und führt es als etwas Merkwürdi- 
ges an, dass er die Frauen in hellen Gewändern malte. 
Er scheint daher in etwas bewegter Darstellung und in 
der Mannigfaltigkeit der Bekleidungen erst den Anfang 
gemacht zu haben. WVie sehr aber sein Verdienst aner- 
kannt wurde, zeigt, dass die Amphiktyonen ihm das 
Recht freier Bewirthung in allen Städten Griechenlands, 
eine seltene Auszeichnung, verliehen. Die Weitere Ent- 
wickelung dieser attischen Schule, aus der uns noch eine 
Reihe von Künstlernamen genannt wird, muss ziemlich 
der der Plastik entsprochen haben. Von einem, nur um 
Weniges spätem, Maler Dionysius, wird es bemerkt, 
dass er zwar im Sittlichen mit Polygnot wetteifere, 
jedoch nicht in der Grossheit; man nannte ihn, nach 
Bültiger, 
Ideen 
ZUT 
Archäologie. 
280.
        

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