Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883072
Lysippos. 
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er selbst die Fehler zu benutzen, und das Weiche in der 
etwas schiefen Haltung des Halses und in dem Auge, 
das man an ihm bemerkte, mit dem Geistreichen und 
lilannhafteil, mit der löwenartigen Miene des Herrschers, 
wie Plutarch sagt, zu verschmelzen wusste. Man hatte 
von Lysipp Bildnisse Alexanders auf allen Stufen seines 
Lebens und in den verschiedensten Beziehungen. Auch 
grosse Gruppen von Porträtstatuen machte er im Auf- 
trage des Königs, unter denen man besonders eine Dar- 
stellung von Kriegern, die in der Schlacht am Granikus 
gefallen waren, rühmte. Sie wurde in Dium aufgestellt 
und bildete vielleicht die reichhaltigste Gruppe, Welche 
die Plastik jemals darstellte, denn sie bestand aus nicht 
weniger als fünfundzwanzig Reitern und neun Statuen zu 
Fuss, alle mit voller Aehnlichkeit der Abgebildeten, wel- 
che zu den Genossen, zu der Ilctärie, wie wir sagen 
würden, zur Garde des Königs gehörten. Auch das Bild- 
niss des Hephästion, des berühmten Lieblings Alexanders, 
und an einem andern Orte die Darstellung einer Jagd 
des Königs wurde ihm übertragen. 
In einer schönen Büste des capitolinischen Museums 
glauben wir eine Nachbildung der Lysippischen Auffas- 
sungAlcxanders zu besitzen. Seine Darstellung der 'l'hierc, 
besonders des Pferdes, wurde gepriesen. Unter den Göt- 
terbildern sagte ihm vor Allem die Gestalt des Herakles 
zu, den er in mannigfachen Lagen und Beziehungen, von 
der kolossalen Grösse von sechzig Fuss an bis zu der 
kleinen Dimension eines 'l'afelaufsatzcs vielfältig dar- 
stellte. Glücklicher Weise ist seine Auffassung dieses 
Gettcs uns durch die Nachahmung eines Athencrs, Glykon, 
in dem s. g. Farnesischen Herculesif) erhalten. Wil- 
 ln Neapel. S. K. 0. Müller Handbuch. S. 120. Note 3.
        

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