Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883050
Nachfolger 
des 
Praxitclcs. 
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die innere Gesinnung, sondern die materielle Ausdehnung 
der Siege und der Eroberungen, Welche die Phantasie 
erregte. Das heroische Element, welches jetzt wieder 
in das griechische Leben eintrat, hatte etwas mit dem 
Glanze eines Barbarenkönigs gemein. 
Jene süsse Schwärmerei für die anmuthige Schönheit 
lebte, wie die ernste Begeisterung des Phidias für das 
göttlich Erhabene, auf einem idealen Gebiete; ein poeti- 
scher Schwung, der über die Wirklichkeit erhob, War 
beiden Schulen gemein. In Athen, ihrem Sitze, war man 
daher auch für die neue eben angedeutete Richtung auf 
das persönlich Heroische weniger empfänglich, diese fand 
ihre Stelle hauptsächlich im Peloponnes. Hier hatte schon 
Polyklet auf porträtartige N aturwahrheit und technische 
Vollendung hingewirkt; die Standbilder der Sieger in den 
olympischen und isthmischen Spielen, welche von hier 
ausgingen, wiesen ebenfalls auf diese Bahn hin. Hier 
war daher, was die macedonischen Herrscher brauchten. 
Schon Philippus, in Theben erzogen und in jeder Bezie- 
hung nach Griechenland hinblickend, liebte es, sich durch 
Kunstwerke zu verewigen. Von Leochares, dem Athe- 
nienser, dessen wir schon oben gedachten, liess er nach 
der Schlacht von Chaeronea seine und der Seinigen Bild- 
nisse als WVeihgeschenke für Olympia arbeiten; von 
Euphranor, einem berühmten peloponnesischen Bildhauer 
und Maler, wurde "er nebst seinem Sohne auf vierspän- 
xiigem Wagen stehend, abgebildet. Auch die berühm- 
testen griechischen Maler waren für ihn besehäftigtm). 
Noch viel grösser war Alexanders Kunstliebe; Städte 
und Tempel Griechenlands und Macedoniens , besonders 
n Paus. 1.1. Pliu. 
36. Nr. 16. und c. ll.
        

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