Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-883037
Skopas 
und 
Praxiteles. 
295 
Die Zahl seiner Arbeiten ist sehr gross, und weithin 
wurden sie verbreitet. Wenige darunter sind in Erz, alle übri- 
gen in Marmor. Auch bei Skopas wird es schon erwähnt, 
dass er in diesem Steife seinen höchsten Ruhm erlangt. 
Offenbar sagte die Durchsichtigkeit und die zarte Textur 
des Marmors dieser künstlerischen Richtung mehr zu als 
das fuistre Erz; die Plastik sagte sich entschiedener von der 
Farbe los, sie beschränkte sich auf ihr eigentliches Ge- 
biet, die Form; sie fühlte die Kraft in dieser das höchste 
Leben zu erreichen und musste daher fremdartige Mittel 
als störend zurückweisen. 
Bildnissstatueil werden bei Beiden weniger erwähnt; 
sie erfassten die neue Richtung auf das Lebendige und 
Aximuthige mit hoher poetischer Begeisterung und wurden 
darin von ihren Zeitgenossen verstanden. 
Aus der grossen Zahl anderer Künstler dieser atti- 
sehen Schule erwähne ich nur zweier; des Leochares, 
weil eins seiner Werke, der Ganymed den der Adler 
des Zeus entführt, in einer guten Nachbildung auf uns 
gekommen ist, und des Silanion, von dein uns erzählt 
wird, dass er bei einer Darstellung der sterbenden Iokaste 
unter das Erz Zinn mischte, um dadurch ein bleiches, 
dem Todtenanlitz ähnliches Colorit hervorzubringen. Man 
sieht wie schon jetzt das Pathetisehe, das wir in der 
Niobe des Skopas so erhaben sahen, bald ins Kleinliclie 
und Sentimentale überging. 
Diese neue Richtung der Kunst stand im Zusammen- 
hange mit den politischen Verhältnissen Griechenlands, 
mit der allmäligen Erschlaffung der festen Bande, welche 
den hellenischen Bürger an seine Vaterstadt knüpfte, mit 
dem Verfall der mächtiger-n Staaten. Wohl gab es noch 
öffentliche Interessen, Känlpfe und Siege, und der männ-
        

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