Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882955
Die 
GruPPe 
der 
Niobe. 
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aber lebten, wiewohl Praxiteles um ein bedeutendes jünger, 
bald nach jenem Kriege und manche Gründe bewegen die 
heutigen Forscher sich für den Skopas zu entscheiden "U. 
iVelchenl wir sie aber auch verdanken, gewiss ist sie 
eines der edelsten Werke menschlicher Kunst, und mehr 
wie vielleicht irgend eines geeignet, uns die Hoheit und 
Tiefe des griechischen Sinnes empfinden zu lassen. Be- 
kannt ist der Mythus der Niobe, die im Stolze mütter- 
lichen Gefühls der Latona, der Mutter des Apollo und 
der Diana, sich gleich stellte. Dieser [lebermuth wurde 
gerächt, die Pfeile der beleidigten Götter tödteten die 
Kinder, ihr Mitleid verwandelte die schmerzerfiillte Mut- 
ter in einen Fels. Unsre Gruppe giebt nun den Moment 
wo die Geschosse der Himmlischen die Kinder bedrohen 
und erreichen. Das jüngste Töchterchen flüchtet in den 
Schqos der Mutter, die ältern erwarten schreckensvoll die 
Pfeile, einer der Söhne ist schon z_u Boden gestreckt. 
Die verschiedene Grösse und Stellung der Figuren lässt 
keinen Zweifel übrig, dass sie zum Schmucke eines 
Giebelfeldes bestimmt waren, wo denn die Mutter, als 
die grösseste Gestalt, die Mitte einnahm; ob und wie 
i) Dass die Gruppe, welche wir besitzen, eine andern sei als die von 
der Plinius spricht, ist durchaus unwahrscheinlich. Ob sie aber wirk- 
lich das Original oder nur eine schon damals nicht erkannte vortreil- 
liche Copie sei, bleibt freilich ungewiss. S. VVaagen, a. a. O. 
Th. III. S. 111. Praxiteles wird allerdings in einem Epigramm der 
griechischen Anthologie (Jacobs gr. Bl. B. Il. Nr. 5.) und in dem 
fast gleichlantenden Epitapln des Ansonins (28) als Bildnerx der 
Niobe angegeben. 
Götter verkehrten zum Stein mich Lebende; aber 
Jetzt Praxiteles mir Leben und Seele verliehn. 
Stein hat 
Oüenbar ist diese Angabe aber keine gleichwürdige. Praxiteles Name 
war der lyeriilnntere, an welchen diese späteren Poeten den Einfall 
von der in Stein verwandelten Mutter und dem durch die Künstler 
wieder ins Leben gerufenen Stein anknüpftenn.
        

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