Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882922
284- 
Dritte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
forderungen mehr gehört, Naturbeobachtung und Kritik 
machten auf manche früher übersehene, auch wohl für 
eine höhere Richtung zu übersehende Mängel aufmerksam. 
Daher die Neigung zu ängstlicherer Ausarbeitung und zu 
genauerer Imitation der Natur, Welche auch dadurch be- 
günstigt wurde, dass Porträtstatuen, besonders der Sieger 
in den Kampfspielen, jetzt häufig vorkamen. Wenn diese 
Richtung der grossartigen Einfachheit des Phidias in 
geistiger Beziehung nachstand , so gewährte sie doch 
auch für die volle Entwickelung der Kunst manche Vor- 
theile, indem sie die Härten, welche sich dort allerdings 
noch als Ueberreste des herben Styls vorfanden, über- 
wand z. B. in den scharfen Falten der Gewänder, und 
in der Bildung mancher Körpertheile, etwa der scharf- 
geschnittenen Augenknochen. Indessen war freilich diese 
mehr gelehrte und technische Kunstrichtung nur der 
Uebergang zu einer auch in geistiger Beziehung eigen- 
thümlichern Künstlergeneration. 
Schon am Schlusse dieser Zeit, mithin sehr bald nach 
Phidias und Polyklet, scheint übrigens der Gebrauch der 
chryselephantiilen Statuen aufzuhören; die Bildwerke, 
welche mit zur Architektur gehörten, wurden in Marmor 
ausgeführt, sonst scheint für freistehende Statuen mehr 
der Erzguss angewendet worden zu sein. Namentlich 
waren Polyklet und Myron vorzugsweise als Erzgiesser 
berühmt. Auch dies Material begünstigt aber eine ängst- 
lichere N aturnachahmung.  
Die 
Zeit 
des 
Praxiteles 
und 
Lysippus. 
Die zerstörendeil Wirkungen des pelopomlesischen 
Krieges unterbrachen die künstlerische 'l'radition der alt- 
attischen Schule des Phidias und brachten auch im übrigen
        

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