Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882860
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Dritte 
Periode 
d er 
griech. 
Kunst. 
am Ereehtheum trugen, den Styl dieser Zeit noch in 
seiner ganzen Reinheit. Wir sehen hieraus, wie die 
Schule von Athen ein Ganzes bildete, in dem nur des 
Phidias Geist die andern Meister überragte. 
Als diesem Style entsprechend sind denn hier auch 
jene beiden berühmten Kolossalstatuen rossebändigender 
Jünglinge, wahrscheinlich der Dioskuren, zu erwähnen, 
welche dem Quirinal zu Rom, auf dem sie aufgestellt 
sind, den Namen des Monte Cavallo gegeben haben. 
Durch eine ältere Inschrift sind sie , die eine als das 
Werk des Phidias, die andre als das des Praxiteles be- 
zeichnet. Ohne Zweifel ist dies nun nicht richtig, nicht 
bloss weil beide Gestalten zu sehr übereinstimmen, als 
dass sie füglich von zwei so verschiedenen Künstlern 
herrühren könnten, sondern auch, weil die Harnische, 
welche als Stütze dienen und mit den Statuen aus einem 
Stücke sind, entschieden römische Form haben. Diese 
Exemplare rühren daher ohne Zweifel erst aus römischer 
Zeit her; aber eben so gewiss ist, dass die Erfindung 
einer frühem, bessern Zeit angehört. Die Verbindung 
einer idealen Grossheit mit voller Naturwahrheit macht 
zu einem 
und führt 
sie 
1er 
Gegenstands: der Bewunderung aller Künst- 
in der That auf das Zeitalter des Phidias 
oder doch auf eine sehr naheliegende Zeit zurück. Ohne 
Zweifel besitzen wir daher hier Copien, und zwar sehr 
vortreffliche, altgriechischer WVerke, und nach einer Stelle 
des Plinius ist es Wenigstens nicht unwahrscheinlich, 
dass das Original des einen wirklich von Phidias war w). 
ü) Pliilius nennt ilämlich unter den Werken des Phidias, welche 
in Rom standen, alterum colossum nudum (XXXIV. 19. I.) Es gab 
also zwei Kolossalbilder, von denen eines dem Phidias zugeschrieben 
wimle; von wenn das andere, sagt er nicht. Im Allgemeinen zählt 
der Autor hier Erzwerke auf, und da er an einer andern Stelle
        

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