Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882855
Bildwerke 
des 
hohen 
Styls. 
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der natürlichen Erscheinung zusammen. In jeder Falte 
des Gewandes, in jeder Linie der Umrisse, in der Bildung 
jedes Gliedes finden wir wie dieser Geist unbewusst 
und bewusst zugleich sich ausspricht; und diese Harmonie 
des Ganzen so wie jeder einzelnen Gestalt in sich macht 
die grosse Schönheit dieser. Werke aus. Freilich fehlen 
uns zur vollen Bezeichnung dieser Schönheit die Worte, 
und dies hier in höherm Grade als bei den spätern Wer- 
ken , welche sich mehr auf die Mannigfaltigkeit der 
Charaktere und menschlicher Empfindungen einlassen. 
Aber wer mit offenem Sinne sich der ruhigen Betrachtung 
dieser Ueberreste hingiebt, der wird in ihnen die eigen- 
thümliche sittliche Schönheit des griechischen Geistes, 
die Verbindung voller persönlicher Freiheit und edlen 
Selbstgefühls mit der innigen Ilingebung für das All- 
gemeine erkennen , er wird es verstehen , wie diese 
Richtung der Sittlichkeit die schönste Ausbildung des 
plastischen Styls begünstigte.  
Auch vom Theseusternpel, der, wie oben schon 
bemerkt zu Cimons Zeit etwa 30 Jahre vor dem Parthe- 
non gebaut wurde , sind uns einige Metopen und ein 
Fries erhalten, mit Darstellungen von Kämpfen des The- 
Seus und Herakles. Sie haben in der That ein alterthüm- 
licheres Ansehen wie die Werke des Parthenon, erinnern 
in Verhältnissen und Behandlung noch an die ägiiletischen 
Statuen, doch ist die Sulptur schon höchst vorzüglich 
und jener verwandt , auch schon an sehr lebendigen 
Motiven reich, so dass wir hier Fortschritte der Kunst 
wahrnehmen, die den wunderbaren Schöpfungen des Phi- 
dias vorhergingen und sie einleiteten. Andrerseits zeigen 
uns die etwas nach Phidias entstandenen weiblichen 
Statuen, welche das Gebälk der pandrosischexi Kapelle
        

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