Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882781
270 
Dritte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
als die Erscheinung sehmeiehelnrlen, sinnlichen Liebreizes, 
sondern in strenger Hoheit und Würde gedacht wurde. 
Keine dieser grossexi Statuen ist auf uns gekommen 
und von der Wirkung, Welche die Kolossalgestalten die- 
ser Zeit in der uns fremden Verbindung von Gold und 
Elfenbein hervorbraehten , können wir daher nicht aus 
eigner Erfahrung urtheilen. Dagegen dürfen wir nicht 
zweifeln, dass unter den uns erhaltenen Götterbildern 
mehr oder weniger nahe Nachahmungen der Auffassung 
des Phidias sieh befinden. Für die Bildung des Zeus 
giebt vielleicht die kolossale Büste von Otrieoli im vati- 
canisehen Museum die beste Vorstellung, von der Pallas 
im Parthenon die Pallas von Velletri (im Louvre). Zum 
Glücke 
sind 
wir 
aber 
auch 
im 
Besitze 
einer 
Reihe 
VOII 
YVerken, welche uns eine unmittelbare Anschauung von 
dem Styl des Phidias gewähren. Es sind dies die 
Statuen und Reliefs vom Parthenon, die, vielleicht 
theilivcise von Phidias Hand, gewiss aber unter seiner 
Leitung und also in seinem Geiste gearbeitet waren. 
Hier standen, wie schon oben erwähnt, in den beiden 
Gicbelfeldern grosse Gruppen freistehender Statuen; die 
Metopen waren mit Reliefs geschmückt, und innerhalb 
des Pbrtikus an der obern Wand der Cella lief ein Fries 
mit einer ununterbrochenen plastischen Darstellung umher. 
Von allem diesem ist uns mehr oder Weniger erhalten. 
Im östlichen Giebelfelde sah man die Geburt der Pallas 
oder richtiger ihr erstes Auftreten unter den Göttern; 
sie selbst muss in der Mitte des Giebels gestanden haben , 
neben ihr sitzende, dann am Boden ruhende Gottheiten, 
in den äussersten Winkeln auf der einen Seite die Köpfe 
der Rosse des Helios aufwärtssteigend, auf der andern der 
Kopf eines Rosses vom Wagen der Nacht, abgewendet,
        

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