Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880228
Griechische 
Architektur 
Dach ist immer ein schräges und so gerichtet, dass es 
seine Neigung auf den länger-n Seiten hat, auf jeder der 
beiden schmalen Seiten aber einen Giebel bildet, der auch 
den Eingang bezeichnet. Das dergestalt aufgerichtete 
'l'empelhaus steht durchweg frei, ohne dass Vor- oder 
Nebenbauten sich unmittelbar daran anlehnen. Es ruht 
auf einem Unterbau von drei oder fünf Stufen, welche 
sich nicht bloss auf der Vorderseite befinden, sondern 
um das Ganze umherlaufen. Auch die einzelnen Säulen 
stehen völlig frei, sind also nicht, wie in den ägyptischen 
Bauten, durch kleine Zwischenmauern verbunden; sie 
sind aber auch nicht, wie die ägyptischen, an demselben 
Gebäude von verschiedener Gestalt des Kapitals oder 
Stammes, sondern Grösse und Form und selbst die Zwi- 
schenräume der Säulen sind auf allen Seiten des Tempels 
vollkommen gleich. 
Innerhalb der Säulenhalle und in massiger Entfernung 
von den Säulenreihen erhob sich die Wand des innern 
Tempelhauses einfach und senkrecht. Es bestand ge- 
wöhnlich aus drei Theilen, dem Vorhause, in welches 
man zwischen kleinem Säulen oder Wandpfeilcrn (antae) 
einging, dann der Cella, dem eigentlichen 'l'empelraume, 
in welchem die Bildsäule der Gottheit stand, endlich 
einem kleinern Hinten-hause, welches als Schatzkammer 
oder zu ähnlichen priesterlichen Zwecken diente. Dies 
blieb jedoch auch, besonders bei kleinem Tempeln, fort. 
Die Einfachheit des Gebäudes wurde dadurch beför- 
dert, dass die innere WVand ausser der Eingangsthür, 
und zuweilen einer zweiten auf der entgegengesetzten 
schmalen Seite von aussen in die Schatzkammer führen- 
den Pforte, durchweg keine Oeffnungen hatte. Fenster 
kannte die griechische Baukunst, wenigstens an Tempeln.
        

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