Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882686
260 
Dritte 
d c r 
Periode 
griech. 
Kunst. 
ihrem prachtliebenden Gemahl Mausolus errichten liess; 
ein umfassendes Gebäude, auf quadratischem Unterbau 
eine Pyramide, auf deren abgestumpftei" Spitze ein vier- 
spänniger Wagen, eine Quadriga stand; das Ganze mehr 
als hundert Fuss hoch. Durch athenische Meister, unter 
denen auch der berühmte Skopas sich befand, wurde es 
reich mit Reliefs geschmückt; das erste Beispiel jenes 
kolossalen Luxus der Gräber, der in der römischen Kai- 
serzeit seinen Gipfel erreichte. Auch die Wohnungen 
der Bürger verloren schon am Ende dieser Periode ihre 
frühere republikanische Einfachheit. Demosthenes (in der 
dritten olynthischen Rede) vergleicht seine Zeitgenossen 
mit ihren Vorfahren; diese, sagt er, vernichteten so herr- 
„licl1e Werke der Kunst an Tempeln und Weihgescheir 
„ken, dass keinem Nachkommen die Möglichkeit, sie zu 
"übertreffen, geblieben ist; im Privatleben aber waren 
_„sie so mässig und bescheiden, dass die Häuser des 
„Aristides und Miltiades nicht besser sind als jedes 
„Nachbarhaus. Jetzt aber sind die Verwalter des Staats 
"aus armen Leuten reiche geworden, und so manche 
"haben ihre Wohnhäuser prächtiger ausgeschmückt als 
"die öffentlichen Gebäude." Sein Vergleich umfasst (la- 
her grade nur unsere Periode und zeigt uns den Gegen- 
satz ihres Anfangs und ihres Endes, wie er den Zeitge- 
nossen selbst erschien m). 
4') Eine Aufzählung sämmtlicher Gebäude dieser Periode, von 
denen uns Nachrichten oder Ruinen erhalten sind, liegt nicht im 
Zwecke dieses Buches. Wer sie sucht, findet sie in llirts Gesch. 
d. Baukunst, in Müllers Archäologie der Kunst und in Kuglers 
Handbuch.
        

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