Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882650
Choragische 
Monumente. 
257 
und reichsten Männer aus seiner Mitte , welcher als 
Choragus, Chorführer, die Anordnung leitete, und für 
diese Auszeichnung die Unkosten zu bestreiten hatte. 
Blieb sein Chor Sieger, so hatte er _ferner das Recht, 
den Dreifuss, welcher der Preis des Wettgesanges war, 
auf einem Monumente, welches er wiederum auf seine 
Kosten errichtete, aufzustellen. In unsern Tagen und in 
einer Monarchie würde eine so kostspielige Ehre kaum 
erwünscht gewesen sein; in Athen, wo der demokrati- 
sche Sinn jedem Luxus ausser dem gemeinnützigen abhold 
war, erschien es als eine günstige Gelegenheit für die 
Reichen, sich gleichzeitig ein Denkmal ihres Namens zu 
verschaffen und sich beliebt zu machen. Der Ehrgeiz 
der reichen Bürger verwendete daher grosse Pracht auf 
diese Denkmäler, welche eine eigene Strasse, die Strasse 
der 'l'ripoden, bildeten. Ein schönes Beisliiel dieses eigen- 
thümlich bürgerlichen Luxus gewährt uns das Monument 
des Lysikrates, bei den altern Reisenden unter dem 
sonderbaren Namen der Laterne des Diogenes bekannt. 
Es ist dies ein kleines rundes Gebäude auf einem vier- 
eckigen hohen Unterbau. Sechs Säulen in einem über- 
reichen korinthischen Style tragen die aus einem Mar- 
morsteine gebildete Kuppel, auf welcher sich ein überaus 
zierlicher Untersatz erhebt, auf dem der Dreifuss stand. 
Die Säulen stehen nicht frei , sondern sind durch Mar- 
morplatten verbunden; die Kuppel selbst ist mit feinen 
Blättern, wie mit kleinen Ziegeln verziert. Der Fries 
endlich war mit einem vorragenden Basrelief, einem 
Bacchuszuge geschmückt, von dem wir noch weiter 
unten zu. sprechen haben. Das ganze schlanke Gebäude 
diente offenbar bloss als der reiche, anmuthige, üppige 
Träger des Dreifusses. 
H. i?
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.