Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880214
Grundform. 
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höhere Ansprüche macht, ist von ihnen entlehnt. Die 
Tempel selbst haben nun zwar mannigfache Formen, 
allein ihnen allen liegt eine sehr bestimmte Hauptgestalt, 
der Prototypus griechischer Baukunst zum Grunde. 
Wir können diesen Grundgedanken der griechischen 
Architektur mit einem Worte schon ziemlich deutlich 
bezeichnen, ihr Tempel ist das Säulenhaus. Das Ein- 
fachste ist oft oder immer das Fruchtbarste. In den 
phantastischen Grotten der indischen Felsen, in den ge- 
waltigen Massen Babylons und den luftigen Terrassen- 
bauten von Persepolis, unter den duftenden, goldstrahlen- 
den Cedernbalken des Salomonischen Tempels, in den 
feierlichen Zugängen, Vorhöfen, Hallen der Heiligthümer 
Aegyptens suchen wir vergeblich den einfachen klaren 
Grundgedanken, der so natürlich scheint, und aus dem 
sich doch alle Anmuth und Mannigfaltigkeit der griechi- 
schen Architektur entwickelt hat. Das Säulenhaus, das 
geschlossene, bedeckte, von tragenden Säulen umgebene 
Haus ist dieser Grundgedanke, zu dessen näherer Be- 
stimmung Folgendes zu bemerken ist. 
Der Tempel ist seinem Grundrisse nach bei den Grie- 
chen stets ein Viereck und zwar nicht ein Quadrat, 
sondern ein längliehes Viereck, von bedeutender Ver- 
schiedenheit der grössern von den kleinem Seiten, indem 
diese (die Breite) in der Regel nur halb so gross als 
jene (die Tiefe) sind. Die innern Wände sind dann 
ringsum von runden Säulen umstellt, welche Gebälk und 
Dach tragen. Das Gebälk ist dreitheilig; der Haupt- 
balken unmittelbar auf den Säulen aufliegend, darüber 
der Fries, die Balkenlage, Welche die Decke der innern 
Theile bildet, endlich das Gesims, die herüberragende, 
das Gebäude gegen Regen schützende Bedachung. Das
        

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