Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882454
Theseustempel. 
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unter der Decke ein Fries umher, auf dem, ohne weitere 
architektonische Verzierung die Feier der Panathenäen, 
des grossen Minervenfestes , in bewundernswürdig schöner 
Darstellung gemeisselt war. Die Giebel endlich waren 
noch sehr niedrig gehalten; nach Bröndsteds schönem 
Vergleiche wie eine ruhig fortglühende Flamme sich 
mässig erhebend. Im Innern derselben standen Statuen- 
gruppen, an die Giebelform sich anschliessend, auf der 
östlichen oder vordern Seite des Tempels die Geburt der 
Pallas, auf der westlichen ihren Wettkampf mit Poseidon 
um die Schutzherrschaft von Attika darstellend. Von 
dieser ist bei weitem mehr erhalten, bei jener würden 
wir den Gegenstand aus den geringen Ueberresten kaum 
erkennen, wenn nicht Nachrichten darüber auf uns ge- 
kommen wären. Das Material des ganzen Gebäudes War 
der schöne pentelische Marmor. Dennoch waren sowohl 
das Bildwerk an Gewändern, Waffen und Schmuck, als 
die kleinem architektonischen 'l'heile mit entsprechenden 
Ornamenten bemalt und vergoldet. Die höchste Zierde 
verlieh dem Tempel endlich das von Gold und Elfenbein 
gearbeitete Standbild der Göttin, eins der Meisterwerke 
des Phidias, nur von ihm selbst in seinem olympischen 
Jupiter übertroffen. Die Baumeister des Tempels sind 
uns genannt, Iktinos und Kallikrates; jener hatte 
auch in Gemeinschaft mit Karpion eine Schrift über den 
Bau aufgesetzt. 
Der T heseustempel, etwa zwanzig Jahre vor dem 
Parthenon vollendet, zeigt ein ähnliches, wiewohl noch 
weniger durchgeführtes Bestreben, die strengen und ge- 
waltsamen Verhältnisse des altern dorischen Baues zu 
mildern und anmuthigei- zu machen. Die Säulen sind 
noch etwas schlanker gehalten als am Minerventempel,
        

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