Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882449
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Dritte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
welche man zu den Thüren des Tempels und des Hinter- 
hauses gelangte. Das Innere der Cella war durch eine 
Zwischenmauer in zwei ungleich grosse Räume getheilt, 
von denen der kleinere westliche die Schatzkammer, der 
grössere den eigentlichen Tempel bildete, jener von einer 
durch innere Säulen getragenen Decke bedeckt, dieser 
wahrscheinlich oben geöffnet (hypaithros) a). Die Säulen 
des Peristyls standen in" einer Entfernung, welche die 
Dicke des Säulenstammes nicht viel überstieg, aber ihre 
Höhe war im Verhältniss zu ihrem untern Durchmesser 
bedeutend grösser wie bisher, "und die Verjüngung, ob- 
schon bei unmittelbarer Vergleichung des obern mit dem 
untern Durchmesser ziemlich dieselbe , erschien daher 
wegen der grössern Höhe minder schroff , die ganze 
Säule zeigte sich schlanker und aninuthiger, gleichsam 
leicht tragend, nicht mehr wie von schwerer Last ge- 
waltsam gedrückt. Die Kanneluren der Säulenstännne 
waren dieselben geblieben, die Formen der Kapitäle, des 
Gebälkes im Wesentlichen beibehalten , aber weniger 
mächtig und ausladend; der Wulst des Kapitäls zeigte 
nicht mehr die gebogen vertretende, dem schweren Druck 
entsprechende Linie, sondern war gradlinig gehalten und 
nur unter der Platte ein wenig eingezogen. Am Architrav 
befanden sich Kränze von Metall über den Säulen; die 
Metopen des Frieses waren mit plastischen Darstellungen 
der Giganten- und Cyklopenkämpfe geschmückt. Innerhalb 
der Säulenhalle an der Aussenseite der Cellenwand lief 
ü) Man hat neuerlich die Spur einer dorischen Säule, welche 
innerhalb der Cellelmmaner stand, entdeckt. Sie ruht ohne Basis un- 
mittelbar auf dem Marmor-Fussboden und ist von geringerer Dicke 
wie die iiussern Säulen. Wahrscheinlich war über dieser Säulenreihe 
eine zweite von kleinem Säulen, welche das die Dachölfnung hil- 
dende Gebälk trugen.
        

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