Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880196
Religion 
und 
Verfassung. 
ll 
sie 
waren 
sehr weit 
entfernt 
V01] 
der 
Weichlichkeit 
derner Menschenliebe; es fiel ihnen nicht ein , einem 
Jeden, vermöge menschlicher Geburt, die Rechte des 
Bürgers zuzusprechen. Nur der Freigeborene und Edle, 
den nicht gemeine Bedürfnisse und Beschäftigungen in 
seiner Ausbildung hemmten, hatte eine Stimme über die 
öffentlichen Angelegenheiten. Nicht bloss die Fremdlinge 
waren ausgeschlossen, sondern in den meisten und bessern 
Staaten auch die Ivlandwerker und Krämer. Sclaven 
waren nothwendig, damit der Bürger Musse für die Ge- 
schäfte der Stadt habe. Auch in Griechenland unterschied 
man demokratische und aristokratische Staaten, je nachdem 
der Begriff des Vollbürgers weiter ausgedehnt oder die 
WVirksamkeit der Volksgemeinde für einzelne Fälle durch 
Vorrechte gewisser Geschlechter oder Beamten mehr 
beschränkt War. Allein auch jene Demokratien unter- 
schieden sich noch himmelweit von dem, was man in 
neuern Theorien darunter verstanden hat; die Zahl. der 
stimmfähigen Bürger war überall von der Zahl der Be- 
wohner sehr verschieden; ein gewisser Adel, die Bessern 
und Vermögendern , besass überall die Gewalt. Wir 
müssen daher die griechischen Republiken sämmtlich als 
Aristokratien, Wiewohl als natürliche, nicht durch be- 
wusste Satzungen gebildete, bezeiclmen, und diese Herr- 
schaft des IIöhern, Edlern, Geistigern ist einer der we- 
sentlichsten Züge des griechischen Sinnes. 
Diese Bemerkungen über die allgemeinen Lebensver- 
hältnisse der Griechen mögen hier genügen, um sogleich 
zur Baukunst überzugehen, in welcher sich ebenso die 
allgemeinen Grundverhältnisse ihrer aesthetischen An- 
schauung darlegen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.