Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882420
234 
Dritte 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
betrachten werden, und nach dessen Namen mit 
der Styl dieser Zeit benannt wird. 
Die Stürme der Jahrhunderte haben furchtbar 
mit 
Recht 
unter 
diesen herrlichen Schöpfungen des attischerl Geistes ge. 
wüthet. Schon die römischen Kaiser begannen mit hab- 
gieriger Prunksucht die Tempel und Märkte Griechenlands 
ihres Schmuckes zu berauben , christlicher Eifer mag 
manches zerstört haben. Barbarische Eroberer, Slaven 
und die rohen Helden der Kreuzzüge, dann Venetianei- 
und 'l'ürken hausten auf dem geweihten Boden der höch- 
sten Kunstblütlne. Der Zahn der Zeit nagte an den ver- 
nachlässigten Mauern, die Wuth des Krieges, Feuers- 
brünste griffen sie mit rascherer Zerstörung an; bei der 
Belagerung durch die Venetianer im Jahre 1687 litt der 
Parthenon sogar durch eine Pulverexplosion. Ueberdies 
opferte unwissende Habsucht die edle Form des Marmors, 
um den Kalk zu kahlen Wänden wohlfeiler zu erlangen. 
Als darauf seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts kunst- 
liebende Reisende (zu den Monumenten durchdrangen, sie 
zeichneten und maassen, wurden sie auch eine Fundgrube 
der Sammler und Kunsthändler, bis endlich Lord Elgin 
mit grossen Anstrengungen und Kosten die bedeutendsten 
plastischen Werke des Parthenon und Theseustempels 
aus den Mauern, an denen sie mehr als zweitausend 
Jahre gehaftet, herausnahm, damit sie zuletzt im britti- 
sehen Museum ihre Stelle fänden. Ein Raub , den man 
bedauern mag, der aber, zumal während noch die 'l'ürken 
Besitzer des Landes urareir , nur heilsam erscheinen 
konnte, und dem wir den leichtem Genuss und die 
fruchtbarere Einwirkung dieser unvergleichlichen Bilder 
auf europäische Kunst verdanken. Dennoch aber ist das 
Erhaltene noch höchst bedeutend und nimmt die begeisterte
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.