Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882278
Malerei. 
219 
Ueberreste 
dieser 
Zeit 
können 
wir 
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unter 
den 
altern Vasengemälden mit s chwarz en Figuren suchen. 
Der Styl der Zeichnung zeigt sich ähnlich wie in den 
Reliefs; dieselbe Derbheit des Muskulösen bei nackten, 
dieselbe Ucberhäufung mit künstlichen Falten bei beklei- 
deten Gestalten, derselbe weit ausschreitende oder schwe- 
bende Gang, dieselbe starre Haltung des Kopfes. Indes- 
sen herrscht hier das Zierliche und Steife weniger, als 
das Gewaltsame und Bewegte vor. Oft müssen wir, 
bei aller Unbeholfenheit und plumpen Heftigkeit der Wen- 
dungen , das Ausdrucksvolle und Lebendige derselben 
bewundern. Bei der Darstellung eines Helden, vielleicht 
des Hektar, der an dem Wagen eines andern geschleift 
wird, wie sie sich mehrmals auf sicilischen Vasen findet, 
sind die springenden und schnaubeilden Rosse , bei der 
eines Kampfes des Herakles und des Kyknos die beiden 
Kämpfenden mit überraschender Kühnheit und Natürlich- 
keit der Zeichnung gegeben. Nicht selten hat auch 
gerade das Ringen des Künstlers mit der Unvollkommen- 
heit des Styls einen eigenthümlicheil Reiz; das Frische 
und Kräftige der Handlung, der feste Bau des Körpers 
wird bei der starren und spröden Behandlung des Ge- 
sichts noch auffallender. Dieses rasche Vorschreiten, 
bald auf den Spitzen der weit ausgestreckten Fiisse, 
bald auf der vollen Sohle giebt einen Ausdruck geheim- 
nissvoller Eile. Die buntgeschmückten Gewänder und 
Qft auch die Weichen Biegungen der Körper erinnern zu- 
weilen selbst an indische Darstellungen. Aber bei allem 
Unvollkommeneil und Schwankendcn fühlen wir doch 
immer den jugendlichen, sich ragenden Formensinn auf 
entschiedene Weise durch, und wer daher nicht grade 
das Höchste vollendeter Kunst und geistigen Ausdrucks
        

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