Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882239
Erhaltene 
Bildwerke. 
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seitwärts durch kleine schräge Falten bezeichnet ist. In 
der Mitte ist auch hier der Rock aufgenommen und bildet 
dadurch zwischen einer Masse von schmalen, senkrech- 
ten Falten einen breiten Streif, der aber hier nicht, wie 
an der Statue von Aegina, leer gelassen, sondern mit 
elf kleinen übereinandergestellten Reliefs , Kämpfe mit 
Giganten enthaltend, wie mit einer schweren Stickerei, 
verziert ist. Wenn schon in der Haltung der Göttin eine 
Neigung zu gewaltsamen Bewegungen ersichtlich, so 
herrscht diese noch viel mehr in diesen kleiuern Darstel- 
lungen. Jede von ihnen besteht aus zwei Gestalten, 
von denen meistens die eine auf ein Knie gesunken ist, 
oder sich sonst als überwunden und dem Schlage der 
andern weichend zu erkennen giebt. Sie sind übrigens 
gut gezeichnet und von lebendiger Auffassung; einige 
Figuren verratheil schon ein sehr ausgebildetes Gefühl 
für die Bewegung des Körpers , während andere noch 
unbeholfen und plump erscheinen. Auffallend ist dabei 
die öftere Wiederkehr derselben Bewegung mit höchst 
geringen Veränderungen; nalnentlich findet sich die auf 
das Knie gestützte Gestalt, welche offenbar die gelun- 
genste ist, nicht weniger als vier Mal Wieder. Man 
erkennt, darin die Genügsamkeit der alten Kunst, zugleich 
aber auch das Mittel des Fortschreitens, indem man durch 
Wiederholung einer Lieblingsgestalt immer tiefer in die 
Bedeutung ihrer Formen eindrang. 
Eine ähnlich fortschreitende Stellung wie an der 
Pallas von Dresden bemerkt man an einer Statue der- 
selben Göttin und an einer der Artemis , welche in 
Herculanum gefunden sind. Auch hier die Verbindung 
des Angestrengten und Hcftigen mit der Zierlichkeit 
wohlgeordneter und synnnetrischer Falten. Dennoch zeigen
        

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