Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882229
214- 
itc 
e 
K. 
zx 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
Natur und ein geringeres 
Feierlichkeit zu finden. 
Maass 
jener 
conventionelleu 
im 
an der 
sitzen- 
Einigcrmaassen verwandt ist die Auffassung 
vaticanischen Museum zweimal vorkommenden 
den weiblichen Gestalt, welche Thiersch mit Glück auf 
die trauernde Penelope gedeutet hat. Sie sitzt mit 
übereinandergesehlagenen Schenkeln, und vorwärts gebo- 
genem Leibe , mit der rechten Hand den Kopf, mit der 
linken Hand sich auf den Sessel stützend. Der Kopf, so 
wie beide Vordcrarme und Füsse fehlen zwar, doch lässt 
das Erhaltene die Stellung nicht zweifelhaft. Die Falten 
des Obergewandes der Brust, die des Kleides vom Knie 
ab sind zahlreich und senkrecht, doch schon mehr ge- 
staltet als auf dem eben erwähnten Relief, die der Schen- 
kel und des Leibes sehliessen sich schon freier an die 
Körperform an. 'Die ganze Haltung ist höchst sprechend 
für einen Moment der Niedergeschlagenheit und des 
Versinkens und zeigt daher schon einen sehr ausgebilde- 
ten Sinn für Naturwahrheit und Charakteristik, sogar im 
Uebergewicht gegen den Schönheitssinn, da die Linien 
eher hart und ungefällig sind. 
Ein ausgezeichnetes Werk dieser Epoche ist ferner 
die berühmte Pallas im Dresdener Museum, ein Torso 
ohne Kopf, Arme und Füsse, aber mit vollkommener Er- 
haltung des bekleideten Körpers. Der linke Fuss ist 
vorwärts gestellt, stark ausschreitend, in einer kriegeri- 
schen Haltung; Wahrscheinlich war der linke Arm mit 
dem Schilde ebenfalls gehoben. Die Bekleidung ist wie 
an der Pallas der Aeginetengruplwe; unter der Aegis hängt 
das Obergewand in regelmässigen, am Saume zaekichten 
Falten. Das lange Untergewand liegt dicht an den Schen- 
keln und Beinen an, deren Form deutlich hervortritt und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.