Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882202
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Zweite 
Periode 
d e 1' 
griech. 
Kunst. 
Es war wichtig, diese Statuen etwas genauer zu 
beschreiben, um uns das Resultat der Kunstübung dieser 
Periode zu vergegenwärtigen. Bezeichnend ist für die- 
selbe, dass die Körperbildimg und der Ausdruck der 
'l'hat schon so weit vorgeschritten, während Form und 
Ausdruck des Gesichts noch weit Weniger entwickelt 
sind, jene noch unharmonisch, dieser gleichförmig, ohne 
wesentliche Unterscheidung der Charaktere und der Stim- 
mung. Mit diesem Mangel des individuellen Lebens 
hängt auch die Behandlung des Gewandes zusammen. 
Sie ist offenbar nicht der freien Thätigkeit des Werk- 
tages entnommen , wo auch in Haltung und Kleidung 
jeder nach seiner Persönlichkeit sich eigenthümlich aus- 
spricht, sondern dem durch die Sitte vorgeschriebenen 
religiösen Feste, wo man sich im ungewohnten, regel- 
mässig geglätteten und gefalteten Gewande langsam und 
steif bewegt. 
Durch eine Reihe von andern Bildwerken , deren 
Entstehungszeit nur im Einzelnen nicht so wie bei den 
Metopen "von Selinus und den Statuen von Aegina fest- 
gestellt ist, die aber im Allgemeinen unzweifelhaft in 
diese Periode gehören, können wir die geschichtliche 
Lücke zwischen jenen beiden ausfüllen , und uns die 
Eigenthiimlichkeit des Styls dieser Zeit anschaulicher 
machen. 
Zu den ältesten Ueberresten altgriechischer Arbeit 
gehört ein auf der Halbinsel Samothrake gefundenes 
Fragment eines Reliefs, darstellend, wie die Beischriilen 
zeigen, die Helden 'l'althybios und Epeios vor Agamemnon. 
Die Behandlung weicht von der der Selinuntischen Me- 
topen darin ab, dass in ihr mehr das Scharfe, Zierliche. 
als das Derbe vor-herrscht, die Figuren sind schlanker,
        

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