Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882189
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Zweite 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
trojanisehen König Laomedon, oder auf den bei demsel- 
ben Zuge des Herakles vorgefallenen Kampf um den 
Leichnam des Oikles bezogen. 
Die meisten der Helden sind nackt, nur mit dem 
Helm und Schilde, und zum Theil mit Beinschienen be- 
wehrt; bloss die Bogensehützen sind mit enganliegenmlem 
ledernen Harnisch bekleidet. Der troische Suchütze des 
westlichen Giebels, ohne Zweifel Paris, trägt die phry- 
gische Mütze und enganliegende Hosen, die Tracht per- 
sischer Bogenschützen. Der griechische Schütze des 
östlichen Giebels scheint den Herakles darzustellen, sein 
Haupt ist mit einem Löwenkopfe bedeckt. Man sieht, 
in beiden Gruppen ist der Sieg hellenischer Helden gegen 
die Barbaren Asiens dargestellt, ohne Zweifel mit einer 
Anspielung auf den eben glücklich bestandenen Kampf 
gegen die Perser, auf welche die 'l'racht des Paris noch 
besonders hindeutet. 
An diesen Gestalten ist die Bildung der Körper 
schon von grosser Schönheit und Natur-Wahrheit. Die 
Bewegungen sind kräftig und ziemlich belebt, die Formen 
gesund und nicht unedel, die Muskeln, Sehnen und son- 
stigen feinem Theile des Körpers mit grosser Genauigkeit 
und ohne Ueberladung gearbeitet. Auch das Weiche ist 
nicht vernachlässigt; die Haltung des Patroklos , sein 
sanft gebeugtes Haupt, sein sinkender Leib ist rührend 
und mit Empfindung behandelt, und auch die Stellung 
der Pallas ist, wenn auch etwas steif, doch, wie bereits 
erwähnt, für ihre göttliche, mehr geistige als körperliche 
Mitwirkung bezeichnend und sinnvoll gewählt. Weit 
weniger befriedigend ist die Form und der Ausdruck der 
Köpfe. Das Kinn ist meistens übermässig gross und 
spitz vortretend, die Nase kurz, der Mund nahe an der
        

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