Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882150
Erhaltene 
plastische 
YV e 1' k e. 
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ihm lmieende Gestalt der Medusa bezüglichen Handlung 
ganz nach vorn. Diese knieet mit dem rechten Beine und 
biegt das linke gegen den Boden, während sie mit beiden 
Händen ein ziemlich winziges Pferd, den aus ihrem Blute 
entstehenden Pegasus) hält.  Haupt ist wahrhaft 
schrecklich, maskenartig, mit weit geöffnetem ungeheuren 
Munde, in welchem grosse Zähne und die herabhängende 
Zunge sichtbar sind. Die IIaare sind über der Stirn 
regehnässig gelockt und hängen in dichten Flechten auf" 
beide Schultern herab. lilinerva auf der andern Seite 
des Helden steht regungslos und schattenähnlieh, in lan- 
gem steifgefalteteil Gewande; auch bei ihr sind die Füsse 
wiederum im Profil, während der Kopf und die Schultern 
ganz Vorderansicht sind. Ihr Gesicht ist starrblickend 
und lächelnd. Auf der Brust sieht man Farbenspuren, 
ohne Zweifel von einer Andeutung der Aegis heffül11'end_ 
Auch die Pupille der Medusa scheint bemalt gewesen 
zu sein. 
Bei der, in der That sehr grossen Rohheit der Ar- 
beit ist dennoch der Sinn für freiere Bewegung nament- 
lich in der Haltung der Arme des Perseus, in dem Körper 
des fortschreitenden I-Iercules und selbst in dem, wiewohl 
stark unrichtigen der knicenden Medusa zu erkennen. 
Auffallend ist dabei die Richtung auf das Derbe, welche 
sich sowohl in der Fülle und Muskelkraft der Körper, als 
auch in den breiten Facegesichtern zeigt. Andererseits 
bemerkt man aber die Beobachtung einer regelmässigen, 
symmetrischen Anordnung, und sogar in der lächelnden 
Miene, in den künstlichen Haarflechten und in den steifen 
Falten des herabhängenden Zipfels am Gewande der 
Minerva, eine Hinneigung zur Zierlichkeit.  
Wir können nun wohl annehmen, dass die gleich-
        

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