Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882116
Strenger 
Styl 
der 
Plastik. 
203 
gleichen alterthümlichen Gestalt zu sehen. Noch in sehr 
später Zeit, nachdem die Kunst die Periode ihrer höch- 
sten Blüthe und üppigsten Entfaltung schon überlebt hatte, 
bewahrte man an vielen Orten die, rohen Götterbilder, 
welche durch die Verehrung der Jahrhunderte eine grösse- 
re Heiligkeit erhalten hatten. So entfernte man sich auch 
nur langsam von den einfachen Stoffen; an den Holzblock, 
der den Körper bildete, setzte man anfangs nur Kopf, 
Arme und Füsse von Stein oder Metall an , und erst 
allmälig verdrängte die prachtvolle Bekleidung mit Gold 
und Elfenbein die buntfarbigen und mit Wirklichen Ge- 
wändern behängten Giötterbilder. Dieser Geist der Ehr- 
furcht brachte es denn auch mit sich, dass man strenge 
Züge und eine wenig bewegte Haltung, entweder die 
sitzende, oder eine steif aufrechtstehende an den Göttern 
liebte. Freier war man freilich bei der Darstellung 
menschlicher Gestalten , welche jetzt immer häufiger 
wurde. Schon bald nach dem Anfange dieser Periode 
fing man an, die Sieger bei den Spielen, besonders bei 
den olympischen, durch Statuen zu ehren, zuerst in Holz, 
später in dauerhaftem Stoffen. Eine eigentliche Porträt- 
ähnlichkeit war dabei wohl noch nicht beabsichtigt; Plinius 
berichtet, dass nur denen, welche drei Mal in Olympia 
gesiegt, ikonische, porträtartige Bilder gesetzt wurden. 
Aber doch musste die Art des Kampfes und die Erinne- 
rung der Kraft und Gewandtheit des Siegers darin ange- 
deutet werden, und da sich hiemit die Freiheit von dem 
Zivange religiöser Ueberlieferung verband, so war schon 
eine der Kunst förderliche Bahn geöffnetii). Auch in 
5') Sehr lange blieb indessen auch bei diesen Bildern eine starre 
Haltung. So beschreibt Pausanias (VIII. c. 49.) die Bildsäule eines 
gewissen Arrachion, der zu Olympia von seinem Gegner vor den 
Augen der Zuschauer erwürgt, aber doch als Sieger gekrönt war. 
wSie
        

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