Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882076
Plastik. 
199 
des Thcspis war beweglich, und in den Privatwohnungen 
herrschte noch eine republikanische Sparsamkeit. 
Lik. 
Pl-as 
Dieselben Ursachen, welche in dieser Epoche der 
Baukunst einen höhern Aufschwung verliehen, die zur 
nehmende äussere WVohlFaln-t, verbunden mit der Freiern 
Regsamkeit und Blmpfänglichkeit des Geistes, zeigten sich 
auch in den andern bildenden Künsten wirksam. Auch 
hier erkennen wir das Erwachen des Sinnes und der Liebe 
für 
die 
Schönheit 
und 
das 
weitverbreitete 
Bestreben von 
h andwerksmässig unbewussten Leistungen zu einem Freiern 
Kunstbetriebe zu gelangen. Aber dabei sind, nach der 
verschiedenen Natur dieser Künste, die Resultate ab- 
weichend; während die Architektur leicht und unmerklich 
schon eine Vollendung erhält, die nur noch den letzten 
Schritt erfordert, um ihrer ernsten Schönheit den Reiz 
der Anmuth zu verleihen, während sie gleich anfangs 
diese Stufe erreicht und auf" derselben ruhig waltet, ge- 
währt nns die plastische Kunst den Anblick eines müh- 
samen Ringens und vielgestaltiger Versuche, die zwar 
endlich zu einem ähnlichen Ziele hinführeil, aber dennoch 
weniger Befriedigendes, weniger Bleibendes leisten, als 
die Architektur derselben Zeit. Wir können uns diesen 
Unterschied wohl erklären, indem die Aufgabe der Plastik 
weiter geht, als die der Baukunst; da sie das individuelle 
Leben des Geistes gestalten soll, während diese sich in 
dem Kreise des Allgemeinen hält, umfasst sie viel Man- 
nigfaltigeres, hat tiefere Gegensätze zu durchdringen und 
in Ilarmonie zu setzen, und steigt daher durch sehr viel 
feinere Modifieationeix, gleichsam auf vielfach unterbrochen
        

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