Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882066
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Zweite 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
sind so wichtig und so nachwirkend bedeutsam, dass wir 
darin eine der seltenen Leistungen des Genius erkennen, 
wie sie von Zeit zu Zeit in die Geschichte eingreifen 
und gegen den ruhigen Gang der Entwickelung wie ein 
plötzlicher und überraschender Sprung erscheinen f). 
Ueberhlicken wir die Monumente, wie sie sich auf 
der ganzen Ausdehnung griechischer Wohnsitze am Ende 
dieser Periode zeigen, so sehen wir in den westlichen 
Ländern, in Italien und Sicilien, das alterthümlich Strenge 
des Dorismus festgehalten, im eigentlichen Griechenland 
gemildert und im Uebergange zu schlankern Formen, bei 
den asiatischen Ioniern endlich schon den eigenthümlich 
ionischen Styl in seiner freien Anmuth und Zierlichkeit 
ausgebildet. Wir nehmen darin wahr, wie auch in dieser 
Beziehung das Mutterland die glückliche Mitte zu den 
ezrtremen Richtungen der beiderseitigen Colonien hielt. 
Die consequente Durchführung des griechischen Charak- 
ters in der Architektur finden wir daher in diesem reinen, 
aber anmuthig gemilderten Dorismus, während im ionischen 
Styl schon der Anfang eines weichen, asiatischen Geistes 
fühlbar ist, welcher später die Auflösung des Griechen- 
thums herbeiführte. 
Ausser den Tempeln scheinen die bedeutendem Bau- 
unternehmungen mehr auf den allgemeinen Nutzen als 
auf Genuss und Pracht gerichtet, und besonders Waren 
es die 'l'yrannen, welche sich durch Anlagen von Was- 
serleitungen, Kanälen und Brunnen, oder von Labyrinthen 
(wahrscheinlich öffentlichen Begräbnissplätzen) die Gunst 
des Volkes zu erwerben suchten. Für die Kampfspiele 
behalf man sich noch mit einfachen und kunstlosen Vor- 
richtungcn , 
'l'heater 
kanlen 
noch 
nicht 
VOY 7 
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