Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882035
D ej- 
'l'e1n1.vel 
in 
Aegina. 
195 
logischen Ordnung später folgen müssten, schon hier zu 
betrachten, um sie mit VBWVQHÖIOIII zu verbinden und 
zugleich den Unterschied ins Licht zu setzen. 
In Griechenland selbst sind uns bei Weitem nicht so 
bedeutende Ueberreste aus dieser Periode geblieben; wir 
können als ziemlich erhalten nur den Tempel der Minerva 
zu Aegina anführen , denselben, an Welchem die für 
unsere kunsthistorische Kenntniss so wichtigen, späterhiir 
ausführlich zu erwähnendeii Statuen aufgefunden sind. 
Dieser Tempel, dessen Erbauung man aus geschichtlichen 
Gründen in die Zeit gleich nach Vertreibung der Perser 
vom griechischen Boden setzt  steht in seinen Verhält- 
nissen dem grossen pästanischen Tempel noch sehr nahe. 
Er ist wie dieser sechssäulig, von einer offenen Säulen- 
halle umgeben, mit unbedecktem inneren Raume; die 
Säulen sind bedeutend schlanker (5 Vs Durchmesser), die 
Oefnungen zwischen ihnen weiter. Statt, wie die siei- 
lischen Tempel, ins Kolossale zu gehen, sind hier die 
Maasse noch bedeutend geringer, als an dem grossen 
Tempel zu Paestum; der Durchmesser ist nicht viel mehr 
als die Hälfte, die Höhe etwa zwei Drittel von der an 
den Säulen jenes. Das ganze Gebäude erreicht nur die 
Höhe eines mässigen Wohnhauses in unsern Städten. 
Dagegen ist die Arbeit überall höchst sorgfältig und zier- 
lich und reichliche Spuren der Farbe zeigen, dass sich 
hier der Sinn mehr zum Heitern hinneigte. 
i") S. über diese Gründe Müller a. a. O. S. 90. Anm. 3. Ist 
dieser Tempel übrigens der bei Herodot III. 59. erwähnte Miner- 
ventempel, so muss er älter sein, was auch damit, dass die Bildsänlen 
mit dem persischen Cosliinl des Paris aus der Zeit nach den Per- 
serkriegen herrühren, nicht in XVixlersprnch stehen würde, da die 
Aussclnniickxing des Baues Wohl (lurch den Krieg nnlerbrocllen und 
erst später vollendet sein kann.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.