Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-882028
194 
Zweite 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
nach innen vierseitige Pilastcr darstellen. Der Tempel 
war reich mit Bildwerlsen geschmückt, auf dem einen der 
Giebelfelder der Kampf der Giganten, auf dem andern 
die Einnahme von 'l'r0ja. Im Innern war er hypaithros, 
aber statt der obern Säulen waren nackte männliche 
Kolosse, in einem alterthünmlieh strengen Style angebracht 
Die Verhältnisse dieses Tempels waren so kolossal, dass 
der Flächeninhalt mehr als das Vierfache, die Höhe fast 
das Dreifache von der des grossen pästanischen Tempels 
betrugik). 
Nicht viel kleiner ist der Jnpitersteinpel zu Selinus 
in seinen Dimensionen, und andrerseits dadurch bedeuten- 
der und mächtiger, dass die Säulen, zwar von geringerem 
(aber immer noch ungewöhnlich grossem) Durchmesser, 
als die in Agrigent, in einer Doppelreihe frei um das 
Haus standen. Es Svar also ein Tempel dipteros hypai- 
thros, mit acht Säulen an jeder Fronte und einer zwie- 
flachen Reihe von seehszehn Säulen auf jedem Flügel. 
Die Verjüngimg der schon an sich kolossalen Säulen ist 
sehr stark (unt. Durehm. 10' 7", ober. 6' 3", Säulenhölie 
48' 7") , die Ausladung des Kapitals sehr bedeutend, 
der Abstand der Säulen von einander nur dem Durch- 
messer gleich, obgleich diese enge Stellung durch die 
Verdoppelung der Säulenreihe noch auffallender werden 
musste. Das Ernste und Schwere des Dorismus ist daher 
hier bis zum Finstern und Drückenden gesteigert nnd 
gleichsam ein Luxus mit dem Hcrben getrieben. Wir er- 
kennen darin eine eigenthümliche, von den übrigen grie- 
chischen Stämmen abweichende Richtung, und es schien 
angemessen, diese Bauten, wenn sie auch in der chrono- 
Der 
a?) Der Tempel zu Agrigent 359 X 178 engl. Fuss : 
zll Paesllunx 195 X '79 I 15,405. Die Höhe 112 und 
: 70,310. 
etwa 40.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.