Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880143
Griechen. 
wichtiger, dass Griechenland überall vom Meere begränzt 
und durehschnitten ist, und damit der Anreiz zu mannig- 
faltiger Thätigkeit, zur Schiffahrt, zum Handel, zur Er- 
oberung und Colonisation gegeben war. Bedeutsam War 
daneben die gebirgige Natur des Landes, welche in 
kleinen Gränzen die Ausbildung einzelner Völkerstämme 
in ihren feineren Eigenthümlichkeiten begünstigte, diese 
nicht , wie bei der Verbreitung grosser Nationen auf 
offener Ebene, in eine allgemeine Form verschmolz. Lage 
und Beschaffenheit des Landes bedingten daher schon, 
dass menschliche Freiheit und Tüchtigkeit ein grösseres 
Feld fanden, als bei andern Nationen, und die Natur 
selbst brachte es mit sich, dass ihr freundlicher Einfluss 
neben der vorherrschenden Selbstthätigkeit des Volkes 
weniger hervortrat. Sie entliess gleichsam den Men- 
schen aus der Vormundschaft, in welcher sie ihn bisher 
gehalten. 
Diesen Charakterzug der Freiheit finden wir denn 
auch in allen Institutionen Griechenlands von Anfang an 
erkennbar. Besonders bezeichnend ist die Bildung ihrer 
Religion. Bei allen Völkern, die wir bisher betrachte- 
ten, gab es eine geschlossene Priesterschaft; wenn sie 
auch nicht überall wie bei Aegyptern und Indern eine 
Caste im strengsten Sinne des Wortes bildete, so waren 
doch bei den Persern die Magier, bei den Juden die Le- 
viten mehr oder Weniger ausschliessliche Diener des 
Gottes, Ausleger seiner Orakel und daher Lehrer des Vol- 
kes. Bei ihnen allen war folglich auch die Religion nicht 
freie Verehrung, sondern eine feste Satzung, an genaue 
Beobachtung äusserlicher Verhaltungsregelil gebunden, 
für deren Befolgung die Priester die natürlichen Wächter 
waren. Ueberall standen sie zum Volke in dem Verhält-
        

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