Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881863
178 
Erste 
Periode 
der 
griech. 
Kunst. 
Söldner in grosser Zahl in seine Dienste, und es entstand 
nun ein lebendiger Verkehr zwischen Griechenland und 
Aegypten. Ein ägyptischer König schenkte sogar Bild- 
säulen in griechische Tempel, und viele Griechen, wie 
Thales, Kleobulos, Solon, Pythagoras, reisten nach Aegyp 
ten um philosophische und politische Kenntnisse einzu- 
sammeln. Daher können denn (so schliessen die Verthei- 
diger dieser zweiten Annahme) die Griechen die Elemente 
der Kunst nur wie die der Wissenschaft aus Aegypten 
geschöpft haben und es erklärt sich, dass ihre Kunst 
anfangs eine ägyptisirende war  
Beide Ansichten, obgleich in heftigem Streit, weisen 
also auf Aegypten hin. Allein andere nicht minder ge- 
wichtige Stimmen w) sprechen dagegen und wollen auch 
den ersten Anfängen der hellenisehen Kunst ihre Na- 
tionaleigenthümlichkeit vindiciren , wie es scheint mit 
bessserem Rechte. Die grössere Kunstpflege zur Zeit des 
Psammetich erklärt sich von selbst aus dem wachsenden 
Reichthmne Griechenlands 
und 
aus 
dem 
natürlichen Fort- 
schritte der Cultur. Aber diese griechische Kunst war 
jedenfalls eine ganz andere als die ägyptische und kann 
daher unmöglich aus ihr abgeleitet werden. Auf das 
Urtheil eines spätem Griechen , wenn er die älteren 
Werke seines Volkes mit den ägyptischen zusammenstellt, 
ist wenig zu geben, weil es ihm nur darauf ankam, den 
Charakter der ägyptischen Bildwerke durch eine seinen 
Landsleuten zugängliche Vergleichung zu bezeichnen, 
und weil ihm nothwendig das Alterthümliche, von dem 
Styl seiner Zeit weit Abweichende fremdartig vorkommen 
Geschichte 
O. S. S4. 
ä") Hirt in der Amalthea und später in der 
Kunst. S. '73, 90.  S. dagegen Thiersch a. a. 
M) Voss, K. 0. Müller u. A. 
bild.
        

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