Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881838
Fremder 
oder 
einheimischer 
Ursprung. 
175 
doch 
schon 
ein 
Streben 
nach 
Lebendigkeit 
darin 
ZU 
kennen. 
Alles was wir von den Kunstleistungen dieser Epoche 
wissen, stimmt also darin überein, dass die Zeit der 
Entwickelung des bildnerischen Elements noch nicht ge- 
kommen war. Wenn man das rege geistige Leben der 
homerischen Dichtung und ihre volle plastische Anschau- 
lichkeit betrachtet, erscheint es fast wunderbar, dass die 
bildende Kunst in einer Reihe vielleicht von fünfhundert 
Jahren so langsame Fortschritte gemacht, und dass die 
schon längst bildnerisch angeregte Phantasie sich mit 
so starren, einförmigen Gestalten, wie sie uns beschrie- 
ben werden, begnügt habe. Noch auffallender wird diese 
zögernde Entwickelung , wenn man bedenkt, welchen 
raschen Aufschwung die griechische Kunst später, be- 
sonders nach den Perserkriegen nahm. Um diese Un- 
gleichheit der Fortschritte zu erklären, kann man leicht 
darauf fallen, sie äussern Einwirkungen zuzuschreiben, 
welche entweder jener frühem Kunst Fesseln anlegten 
oder die spätere in Bewegung setzten. In der That be- 
haupten mehrere Gelehrte solchen äussern Einfluss, und 
zwar von Aegypten aus , über dessen Art und Zeit sie 
jedoch verschieden urtheilen. Zwei Ansichten sind dar- 
über ausgesprochen, deren näherer Betrachtung wir uns 
nicht entziehen können. 
Einige 1') nehmen, und zwar in Verbindung mit man- 
chen Nachrichten der alten Schriftsteller an, dass die 
Griechen die Grundlagen ihrer Bildung, namentlich ihrer 
 Crenzer, SVien. Jahrb. Bd. 57, Symbolik II. 282. u. a. a. 0. 
Schorn, über die Studien der griech. Künstler. S. 122. Besonders 
Thiersch, die Epochen der griechischen Kunst, München 1829. Da- 
gegen erklärt sich K. O. Müller im Kunstblatt 1520. Nr. 78.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.