Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881714
Heroisches 
Zeitalter. 
163 
Gang, der auf ähnliche Weise, durch gegen einanderge. 
stützte , mittelst einer horizontalen Platte verbundene 
Steine bedeckt istä). Ausser den Mauern hat sich an 
mehreren Orten Griechenlands ein eigenthümlicher Theil 
der alten Königsburgen erhalten, ohne Zweifel weil er 
der festeste war, nämlich das Schatzhaus (Thesaurus), 
ein rundes, kuppelartig spitzes Gebäude, ganz oder theil- 
weise unterirdisch, wie es scheint ohne Beleuchtung, 
welches zur Aufbewahrung der Kostbarkeiten, der schön- 
sten WValTen, Gefässe, Becher und anderer Erbstücke 
diente. Am besten erhalten ist der 'l'hesaur0s des Atreus 
zu Mycenae. Er ist 50 Fuss hoch und hat ebcnsoviel 
im Durchmesser; ein abschüssiger schmaler Gang führt 
von Aussen zu der Pforte, eine Seitenkammer, in den 
Felsen gehauen, stand damit in Verbindung. Im Innern 
sieht man noch die Spuren von Nägeln, mit denen wahr- 
scheinlich Erzplatten befestigt waren. Aeusserlich scheint 
der Eingang mit Irlalbsäuleu und Tafeln aus verschieden- 
farbigen Marmorstücken bekleidet gewesen zu sein, wel- 
che, wenn man nach aufgefundenen Fragmenten schliessen 
darf, in einem ganz eigenthümlichen Style gearbeitet und 
mit Spirallinien und Zickzacks ziemlich abenteuerlich 
verziert waren. Diese Ueberreste des architektonischen 
Sclnnuckes würden von der höchsten Wichtigkeit sein, 
wenn man mit Zuverlässigkeit annehmen dürfte, dass sie 
dem damals verbreiteten, sonst nirgends erhaltenen Style 
angehörten. Denn_ hier ist noch keine Spur jener edeln 
griechischen Einfachheit und Zweckmässigkeit; buntfarbige 
Zusammensetzung der Steine, willkürliche, bedeutungs- 
lose Ornamente versetzen uns wie zu einem Volke ganz 
der frühem 
a) Expeidilionx scientiüquc en Morde. Nachweisungen 
Nachrichten bei K. O. Müller a. a. O. S. 46. 
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