Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881697
Heroisches 
Zeitalter. 
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des Achill scheinen darauf hinzudeuten, dass der Dichter 
solche Kunstwerke nur selten gesehen hatte oder doch 
seinen Zuhörern eine zu geringe Kenntniss davon zu- 
trauete, um Zweifel an der Möglichkeit des Beschriebenen 
zu befürchtenili). Zwar werden sie alle als Werke des 
Gottes bezeichnet, Welche schon menschliche Gränzen 
überschreiten durften, auch ist die Erregbarkeit der grie- 
chischen Phantasie, welche aus leisen Andeutungen das 
lllannigfaltigste entnahm, in Anschlag zu bringen, und 
man hat es ja bekanntlich mit Glück Versucht den Schild 
des Achilles wieder herzustellen Indessen würden 
doch wohl bei grösscrer Bekanntschaft mit Bildwerken 
die Beschreibungen anders ausgefallen sein, und selbst 
der Umstand, dass die meisten Kunstwerke oder Kunst- 
arbeiten den Göttern zugeschrieben oder als das Werk 
phönicischer Männer bezeichnet werden, macht es Wahr- 
scheinlich, dass solche Kunst in Griechenland noch nicht 
geübt wurde. Ueber die Bilder der Götter sind Ho- 
mers Nachrichten undeutlich; man muss sie sitzend den- 
ken, da die troischen Frauen der Pallas das Gewand-auf 
die Knie legen (Ilias 6, 301). 
Wirklich erhaltene Kunstwerke, die wir mit Sicher- 
heit der homerischen Zeit zuschreiben könnten, besitzen 
wir zwar nicht, wohl aber manches, was uns wenigstens 
nähern Aufschluss über ihre Gestalt geben kann. 
 Das trojanische Boss selbst kann keinesweges dagegen als 
ein Beweis künstlerischer Uebung angeführt werden. Es liegt in der 
Natur der Sache, dass hier eine höchst einfache Andeutung der Ge- 
stalt eines Pferdes genügte. S. jedoch die Conlroverse in Thiersch 
Epochen der griech. Kunst. 1829. S. S5. 
M) Die schöne Arbeit Philipp Veits ist leider nicht durch 
eine Vervielfältigung bekannt genlacht, sondern nur im Frankfurter 
Museum aufgestellt. 
ll. ll
        

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