Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881549
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Griechische 
Kunst. 
eine Färbung, das Haar eine gelbe oder goldene, die 
Lippen (wenigstens in einer frühem Periode) eine rothe. 
Häufiger noch wurde der Glanz des Auges, dessen naa 
türliche Schönheit der Plastik unerreichbar ist , durch 
einen eingesetzten Edelstein angedeutet. Die Farbe des 
Fleisches dagegen wurde auf keine Weise nachgeahmt. 
Bei uralten Werken oder in sehr vereinzelten Fällen, wo 
irgend ein lokaler, religiöser Grund obwalten mochte, 
war zwar auch der Körper mit Farbe versehen, aber 
dann mit rother oder schwarzer , also ohne allen An- 
spruch auf eigentliche Nachahmung der Natur. Gewöhn- 
lich liess man den Stoff hier unbedeckt, liebte aber doch 
das Nackte dann durch solche Stoffe darzustellen, deren 
natürliche Farbe und Weichheit den zarten Verhältnissen 
und 
dem 
Wechsel 
der 
Farbentöne 
der 
Haut 
ZXVHP 
nicht 
glichen, wohl aber entsprachen. Doch verschmähete man 
auch hier feinere Mittel nicht , um das Material noch 
geeigneter zu machen. So war es nicht ungewöhnlich 
dem Marmor durch einen enkaustischen Wachsüberzug 
einen gelblichern Schein und eine grössere Weichheit zu 
geben, oder durch eine Mischung des Erzes den Farben- 
ton desselben dem Gegenstande nach zu modiiiciren. In 
der bessern Zeit wird man sich auch hier mit sehr leich- 
ten, Andeutungen begnügt haben. Es Wird erzählt, dass 
Silanion im Bilde der sterbenden Iokaste dem Erze Silber 
beigemischt, damit sie bleich erscheine, und dass ein an- 
derer Künstler den reuevollen Athamas durch eine andere 
Versetzung des Metalls erröthend dargestellt habe. Diese 
Weise, sich an die Natur anzuscllliessen, hat etwas 
Spielendes und mag daher nur einer späteren, Weniger 
ernstgestimmten Epoche der Kunst angehören; man kann 
auch wohl zweifeln, ob sie in der bewussten Absicht der
        

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