Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881532
Polychromie 
d er 
Statuen. 
14-5 
korinthischen Architekäur verschwand aber wahrschein- 
lich der Farbenauftrag bei dem reichern und vollern 
Schmucke der Steinarbeit noch mehr und es mag nur etwa 
eine Vergoldung an einzelnen 'l'heilen hinzugekommen 
sein. Mit einem Worte also, die Bemalung hatte durch 
Farbe und Zeichnung keine selbstständige Bedeutung, 
sondern diente überall nur dazu, die untergeordneten ar- 
chitektonischen Glieder schärfer zu oharakterisiren, wäh- 
rend die bedeutendem, ernsten und tragenden Theile die 
Farbe des Steins behielten. Anders mag es sich bei 
Gebäuden von schlechterem Material verhalten haben, 
Welches man ohne Verlust dem Auge entziehen konnte, 
und dessen geringere Dauerhaftigkeit durch einen Stuck- 
amvurf und Farbenauftrag gegen den Einfluss der Wit- 
terung geschützt werden musste. Hier mag man, wie 
die meisten pompejanischen Gebäude es zeigen, sich eine 
huntere und Weniger regelmässige Bemalung erlaubt haben. 
Ein ähnliches festes Gesetz fand auch für die An- 
Wendung der Farbe an Statuen statt. Hier diente sie 
vorzugsweise dazu, die Kleidung zu schmücken und von 
den nackten Theilen des Körpers zu sondern. Ein Vorbild 
dieses Verfahrens fand die spätere Kunst in den chrys- 
elephantinen Gestalten der Zeit des Phidias, an Welchen 
die nackten Theile von Elfenbein, die Gewänder und der 
Schmuck von Gold waren. Eben so suchte man nun, 
als man die Bildsäulen aus einem Stoffe, Marmor oder 
Erz, bildete, die Gewänder deutlicher zu bezeichnen; sie 
erhielten einen vollständigen Farbenüberzug oder doch far- 
bige Säume; Gürtel und Sohlen wurden durch Färbung 
verdeutlicht, Waffen und Schmuck häufig ganz oder theil- 
weise von Metall gearbeitet und vergoldet. Ebenso er- 
hielten auch einzelne kleinere Tlieile des Körpers zuweilen
        

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