Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881507
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Griechische 
Kunst. 
Wusste man längst aus alten Schriftstellern, dass noch 
spät farbig bemalte Bildsäulen von Holz in manchen 
Tempeln verehrt wurden, auch hatte man an einzelnen 
auf uns gekommenen alterthümliehen Statuen Farben- 
spuren bemerkt, man erklärte sich dies aber als die Ge- 
wohnheit einer frühen barbarischen Zeit, die aus religiö- 
ser Rücksicht in einzelnen Fällen beibehalten sei. Auf'- 
fallend war es später, als man bei der Aufdeckung des 
verschütteten Pompeji Säulen und Mauern durchweg mit 
bunten Farben bemalt fand, indessen konnte man dies 
aus dem falschen Geschmack einer italienischen Provin? 
zialstadt herleiten. An Bildsäulen endlich aus der römi- 
schen Kaiserzeit nahm man nicht selten wahr, dass die 
Haare oder das Gewand von farbigem , während das 
Gesicht von weissem Marmor war, was man jedoch mit 
Recht als einen Beweis des Kunstverfalls betrachtete. 
Eine andere Deutung schienen aber diese Thatsachen 
erhalten zu müssen, als man in neuerer Zeit mit den 
WVerken der Blüthezeit griechischer Kunst, namentlich 
mit den attischen Monumenten, bekannt wurde, und auch 
an diesen manche Ueberreste farbigen Auftrags wahr- 
nalnn. "Es schien erlaubt zu vermuthen, dass, wenn auch 
nur geringe Farbenspuren sich erhalten hätten, sehr viel 
mehr vorhanden gewesen und nur durch den Einfluss der 
Witterung in einer so langen Reihe von Jahrhunderten 
vertilgt sein müsse; einige der Entdecker glaubten sich 
daher berechtigt, eine durchgängige Bemalung sowohl 
der Gebäude als der Statuen annehmen zu müssen. Ein 
Umstand, welcher die ganze bisherige Ansicht von den 
Schönheitsbegrilfen der griechischen Kunst umgestossen 
haben würde. Mit einem Enthusiasmus, welcher vielleicht 
durch den Reiz des Widerspruches gegen die Einseitig-
        

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